Kroatien will Gold-Mission bei Heim-WM vollenden

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Deutsche Presse-Agentur

Kroatiens Handball-Party steht vor dem Höhepunkt: Mit dem Endspiel um den WM-Titel vor eigenem Publikum gegen Frankreich hat der Gastgeber die Erwartungen erfüllt und will nun die Gold-Mission vollenden.

„Es ist eine große Sache, dass wir das Finale erreicht haben. Darauf sind wir sehr stolz. Aber wir sind noch nicht am Ende. Jetzt wollen wir das Gold und dafür werden wir alles geben“, versprach Nationalmannschafts-Kapitän Petar Metlicic.

Das Duell zwischen Kroatien und Olympiasieger Frankreich ist das erwartete Gipfeltreffen zwischen den besten beiden Mannschaften der vergangenen Jahre. Im ersten Aufeinandertreffen bei diesem Turnier hatte sich der Gastgeber zum Abschluss der Hauptrunde mit 22:17 gegen die Franzosen durchgesetzt. „Es wird ein komplett anderes Spiel werden. Und ich habe keine Ahnung, wie es ausgehen wird“, sagte Rückraumspieler Metlicic. Kroatien hatte 2003 den WM-Titel gewonnen und war 2004 Olympiasieger. In beiden Endspielen hatte das Team von Trainer Lino Cervar jeweils die deutsche Mannschaft besiegt. Nun wollen sie Nachfolger der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) werden, die nach dem Titelgewinn vor zwei Jahren diesmal die WM als Fünfter beendet hatte.

Kroatien ist bei seiner Heim-WM ungeschlagen. „Wir haben den neunten Sieg im neunten Spiel geschafft. Mehr muss man wohl nicht sagen“, meinte Metlicic nach dem 29:23-Halbfinalerfolg über den bisherigen WM-Zweiten Polen, der den Kroaten die fünfte Medaille in sechs Jahren bescherte. „Jetzt ist nicht die Zeit für Reden, das ist etwas für die Politik. Jetzt ist die Zeit zum Feiern. Wir haben die Silbermedaille sicher, und nun lasst uns sehen, was im Finale passiert“, erklärte Trainer Cervar.

Die Franzosen überzeugten bislang mit ihrer Angriffswucht aus dem Rückraum und insbesondere mit ihrer stabilen Abwehr. Damit hatten sie im Halbfinale in Split auch Europameister Dänemark zermürbt und überlegen mit 27:22 gewonnen. „Dieser Sieg über Dänemark ist eine große Befriedigung für uns, denn Dänemark ist ein starkes Team. Aber unsere Abwehr und Torhüter Thierry Omeyer haben den Unterschied gemacht“, sagte Trainer Claude Onesta, der vor einem großen Coup steht: Als erst zweiter Trainer nach dem Russen Wladimir Maximow kann er mit der Nationalmannschaft alle drei großen Titel gewinnen. 2006 in der Schweiz war Frankreich Europameister, im Vorjahr in Peking Olympiasieger und nun kann er das Triple komplett machen.

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