Kreuzthaler ministrieren im Kölner Dom

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Schwäbische Zeitung

Von einem „überwältigenden Ausflug“ erzählt Trixi Schad, Pfarrgemeinderatsvorsitzende im Kreuzthal, den die dortigen Ministranten unlängst unternehmen konnten: In die befreundete Gemeinde in Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen, ins Musical „Starlight Express“ und ins Bergbaumuseum in Bochum sowie abschließend in den Kölner Dom, wo die Kinder einer Messe beiwohnen und den Turm besteigen konnten.

„Ich wollte mit den Ministranten einen größeren Ausflug machen, aber das scheiterte schnell am Geld“, schildert Schad die Vorgeschichte. Dann hätten sich aber Kreuzthaler Vereine, die Freiwillige Feuerwehr, die Musikkapelle, die Schützen und der Motorsportclub zusammengetan. „Sie bezuschussten ihre jungen Mitglieder mit je 50 Euro, aus der Ministrantenkasse bekam jeder Ministrant 50 Euro und unser ’Hüttenzauber-Team’ sponserte unseren kleinen Kinderchor“, berichtet Schad weiter über eine sogar zweite Reisegruppe. So seien die Kinder, „die in vielen Vereinen sind“, belohnt worden, „und unser Bus wurde voll – das sollte ein Lohn sein für so viel Aktivität in unserem Dorf – und auch für die Eltern ein Dankeschön, die immer fahren müssen“, ergänzt Schad. Die schlussendliche Unterstützung aus der Gemeinde habe den Bedarf sogar überstiegen.

Mit einer Nachtfahrt ab 23 Uhr ging es freitags in Richtung Bochum, wo schon am Samstagmorgen, unmittelbar nach der Ankunft, das Bergbaumuseum besichtigt wurde: „Ein Unglaublich tolles Museum, wir waren über drei Stunden dort, ganz toll, keinem Kind wurde es langweilig – durch die Stollen schlendern, alles anfassen dürfen, sich wie ein richtiger Bergmann fühlen, klasse!“, schwärmt Schad.

Dann folgte die Weiterfahrt zur 15-Uhr-Vorstellung des Musicals „Starlight Express“, das mit den Rollschuh fahrenden Sängern und Schauspielern auch für die kleineren Kinder ein Höhepunkt gewesen sei. Übernachtet wurde in der befreundeten Gemeinde in Gevelsberg bei Bochum, wobei dort wiederum „zwei anonyme Spender aus dem Kreuzthal“ für das Abendessen sorgten: Sie bezahlten Pizzas.

„An alle vielen Dank, es war unglaublich, wie alle mitgewirkt haben, dass die Fahrt ein Erfolg wird oder überhaupt hat stattfinden können. Ohne die vielen Spenden hätten die vielen Familien mit zum Teil drei und vier Kindern die Fahrt nicht stemmen können“, schreibt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Trixi Schad.

Am Sonntagmorgen habe schließlich helle Aufregung geherrscht, „denn es ging zum Kölner Dom“, und die Kreuzthaler Ministranten durften sogar mitministrieren. Alle benötigte Kleidung hatten sie aus dem Allgäu mitgebracht, in der Sakristei sei es nur noch um die Einweisung ins Zeremoniell des Gottesdienstes gegangen – und ums Umziehen. Wobei „ein Turmbegang nach der Messe nicht fehlen durfte“.

„Ich dachte, der Starlight Express sei das Highlight der Fahrt, aber von wegen – es war die Messe im Dom um 10 Uhr“, resümiert Trixi Schad begeistert. „Wir waren alle überwältigt von diesem Ausflug und fuhren glücklich wieder heim in unser Kreuzthal.“

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