„Krauchenwies hat Modellcharakter“

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Schwäbische Zeitung

Heute Abend findet das erste Bürgerforum statt, zu dem die Gemeindeverwaltung Krauchenwies einlädt. Die Moderation übernimmt das Büro 365° Freiraum und Umwelt aus Überlingen. Um 19 Uhr können Bürger aus Bittelschieß ihre Meinung zum geplanten Kiesabbau mit einbringen und ihre Ideen und Wünsche beisteuern. SZ-Redakteurin Jennifer Kuhlmann hat mit Bernadette Siemensmeyer von 365° über den Ablauf der Workshops gesprochen.

Warum hat Bürgermeister Jochen Spieß Ihre Agentur für die Moderation der Foren angefragt?

Wir waren schon dabei, als es um den Dorfplatz in Göggingen ging, nachdem die Adler-Brauerei abgerissen wurde. Da haben sich die Gögginger sehr aktiv beteiligt und das Bürgerforum war sehr konstruktiv. Das Thema Kies ist natürlich konfliktbeladener, aber wir haben die Bürger hier in sehr guter Erinnerung.

Haben Sie schon Workshops zum Thema Kies begleitet?

Nein, bisher nicht. Ich wüsste auch von keinen Foren, die in der Region zu diesem Thema stattgefunden hätten. Krauchenwies hat da sozusagen Modellcharakter. Es ist vorbildlich, dass Bürgermeister Spieß bereits jetzt die Bürger beteiligen will, bevor formelle Verfahren überhaupt in Gang gesetzt wurden. Das ist nicht selbstverständlich, er hätte die Sache als Bürgermeister auch aussitzen können.

Wie wird die heutige Veranstaltung ablaufen?

Wir haben Ulrike Kessler, die Leiterin der Raumordnungsbehörde des Regierungspräsidiums, eingeladen. Sie wird später für das Raumordnungsverfahren zuständig sein und zu Beginn des Forums in einem kurzen Vortrag über die Rahmenbedingungen informieren. So erfahren die Bürger, an welchen Bedingungen nicht zu rütteln ist.

Und wie geht es dann weiter?

Dann sind die Bürger gefragt. Wir bilden Arbeitsgruppen, die sich mit den Themenbereichen Naherholung und Wohnumfeld, Verkehr und sonstige Belastungen sowie Rekultivierung und Folgenutzung beschäftigen. Hier darf jeder seine Meinung sagen, es werden Befürchtungen dokumentiert, aber auch Ideen gesammelt und am Ende vorgestellt.

Gibt es eine Teilnehmergrenze?

Die Veranstaltung ist öffentlich, deshalb können alle Bürger teilnehmen. Wenn sehr viele kommen, bilden wir mehr Gruppen. Wir haben immer einen Plan B in der Tasche und sind gespannt, wie viele mitmachen wollen. Sinnvoll ist es natürlich, wenn sich die Bürger jeweils im eigenen Ort einbringen.

Was passiert in dem jeweils zweiten Workshop in einem Ort?

Bis Ende Mai haben wir die Stimmen ausgewertet und dokumentiert. In einem zweiten Schritt sollen die Bürger in der Lage sein, ihre Wünsche und Forderungen in einem Punktepapier zusammenzufassen, mit dem der Gemeinderat und die Behörden arbeiten können. Somit besteht die Chance, dass die Belange der Bürger vor Ort besser und konkreter in die Verfahren einfließen und manch gute Idee bei den Zuständigen Gehör findet.

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