Krank nach Hormonbehandlung: Trotzdem Gehalt

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Deutsche Presse-Agentur

Wenn eine Mitarbeiterin nach einer Hormonbehandlung erkrankt, muss der Arbeitgeber weiter das Gehalt zahlen. Das geht aus einem Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt hervor (Aktenzeichen: 6/18 Sa 740/08).

Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) hin. In dem Fall hatte sich eine Frau einer Hormonbehandlung zur Behebung ihrer Unfruchtbarkeit unterzogen und war dadurch krank geworden. Der Arbeitgeber hatte rund 2500 Euro netto Entgeltfortzahlung für vier Krankheitszeiträume an die Mitarbeiterin gezahlt. Nachdem der Arbeitgeber den Grund für die Erkrankung erfahren hatte, verlangte er das Geld aber zurück. Seiner Ansicht nach schuldete er die Entgeltfortzahlung nicht, weil die Hormonbehandlung freiwillig vorgenommen worden war - und nicht zur Heilung einer Krankheit. Die Behandlung diene der Verwirklichung des Kinderwunsches der Mitarbeiterin, weshalb letztlich sie selbst Schuld an der Arbeitsunfähigkeit habe, lautete die Argumentation.

Das Gericht sah das jedoch anders. Die Hormonbehandlung selbst sei nicht die Krankheitsursache gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit sei auf Nebenwirkungen und eine Unverträglichkeit zurückzuführen gewesen. Die Arbeitnehmerin habe die Erkrankung also nicht unmittelbar und damit schuldhaft herbeigeführt, befanden die Richter.

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