Konjunktur hat kaum Auswirkungen auf den Krankenstand

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Deutsche Presse-Agentur

Blaumachen boomt, wenn die Wirtschaft brummt - so schlicht ist es wohl doch nicht. Das Vorurteil hält sich zwar hartnäckig, dass Arbeitnehmer in wirtschaftlich rosigen Zeiten dazu neigten, schon bei leichtem Schnupfen einfach zu Hause zu bleiben.

Wenn die Wirtschaft lahmt, schleppten sie sich dagegen selbst angeschlagen zur Arbeit. Statistisch gesehen ist das aber nicht zu untermauern. Das teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit. Seit der Wiedervereinigung sei die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage fast kontinuierlich gesunken. Dieser Trend sei völlig unabhängig vom Verlauf der Konjunktur gewesen, so das IW.

Selbst 2007, das als gutes Wirtschaftsjahr gilt, fehlten Arbeitnehmer im Schnitt nur 12,8 Tage krankheitsbedingt. Das waren nach den Daten des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) gerade einmal 0,4 Tage mehr als im Jahr davor. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede, je nachdem, wo die Arbeitnehmer beschäftigt sind. So zeigt die Statistik beispielsweise, dass die Fehltage in mittelständischen Betrieben im Schnitt weniger sind.

Die Fehl-Quote lag 2007 bei Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern bei 10,5 Tagen bei den Männern und 8,4 Tagen bei den Frauen. Bei Betrieben mit zwischen 500 und 999 Mitarbeitern waren es 14,6 (14,4 Tage). Bei sehr großen Unternehmen mit mehr als 10 000 Mitarbeitern ging die Zahl der Fehltage dann wieder zurück auf 14,2 (14,4). Ein weiterer Unterschied lässt sich aus den Daten klar ablesen: Frauen fehlen seltener wegen Krankheit - im Durchschnitt waren es bei ihnen 12,4 Arbeitstage, bei den Männern 13,2.

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