Kommentar: Probates Mittel für den Protest

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 Florian Peking
Florian Peking (Foto: Daniel Drescher)
Florian Peking

Was für ein Einsatz der Ravensburger Schüler! Statt der erwarteten 500 kamen etwa 1500 Teilnehmer zur Demo auf dem Marienplatz. Ihre Energie, ihre Lautstärke und ihr Engagement zeigen: Diesen jungen Leuten liegt die Zukunft am Herzen. Denn es ist ihre Zukunft. Sie sind es, die sich später damit herumschlagen müssen, wie es unserem Planeten geht. Sie und ihre Nachkommen werden mit voller Wucht erleben, was Klimakrise bedeutet. Dass sich in der Jugend ein solches Bewusstsein entwickelt und verbreitet hat, ist nicht selbstverständlich. Kann man in Zeiten der Politikverdrossenheit und sozialen Medien doch nur noch schwer die Menschen vor ihren Smartphones hervorlocken.

Es wurde im Vorfeld viel geredet und kritisiert: Die Schüler würden sich doch nur einen Vorwand suchen, um die Schule zu schwänzen. Und sicher werden auch ein paar von diesen schwarzen Schafen unter den Teilnehmern gewesen sein. Doch haben Stimmen, die verlangen, die Demo nach Schulschluss abzuhalten, nichts verstanden. Gerade das Fernbleiben der Schüler vom Unterricht ist das probate Mittel für ihren Protest. Es zeigt wie dringlich ihnen ihr Anliegen ist. Und es zeigt, dass sie es nicht hinnehmen wollen, ignoriert zu werden.

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