Kommentar: Ein Schuss vor den Bug

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Kommentar: Ein Schuss vor den Bug
Kommentar: Ein Schuss vor den Bug
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Die gute Nachricht lautet: Der städtische Haushalt 2014 steht. Doch die Einmütigkeit, mit der Laupheims Stadträte das Zahlenwerk für gewöhnlich verabschieden, war dieses Mal getrübt. Elf Enthaltungen sind ein untrügliches Indiz, dass etwas aus dem Lot ist.

Die Kritiker am Ratstisch sind mit dem Personalgebaren des Bürgermeisters unzufrieden. Mit ihrem Abstimmungsverhalten am Montag haben sie Rainer Kapellen einen Schuss vor den Bug gesetzt. Dabei waren sie besonnen genug, sich zu enthalten. Elf Nein-Stimmen hätten nicht nur die nächsten kommunalen Ziele massiv in Frage gestellt, sondern auch den Stadtkämmerer getroffen; zu Unrecht, denn Rechles Plan bietet einmal mehr einen durchdachten, finanzielle Pflichten, Zwänge und Spielräume gekonnt austarierenden Handlungsleitfaden.

Dornig wäre es geworden, hätten Ratsmitglieder weiter versucht, Beschlüsse in der Museumspersonalie zu revidieren. Nach allem, was nach außen drang, hätte es rechtlich wohl den einen oder anderen Ansatzpunkt gegeben. Nun regiert die Hoffnung, dass der Museumsleiter auf Augenhöhe mit dem künftigen pädagogischen Leiter arbeiten kann. Die CDU will daran glauben. Die SPD schwieg, was erstaunt, aber vielleicht dem Bemühen geschuldet war, Michael Niemetz zu schützen.

Kapellen hat in der Frage, wer im Museum das Sagen haben soll, zurückgesteckt. Seine Personalpolitik steht bei allen Fraktionen weiter unter Beobachtung. Der nächste „Stresstest“ kommt bald: die Wahl eines Stadtbaumeisters.

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