Kommentar: Bahn ist nur Getriebene

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Daniel Häfele
Daniel Häfele (Foto: Schwäbische Zeitung)

Der Schienenersatzverkehr ist für die Pendler zwischen Biberach und Ulm eine Zumutung. Klar, es war abzusehen, dass es während der Bauarbeiten für die Elektrifizierung zu längeren Fahrtzeiten kommt. Doch eine dreimal so lange Dauer übertrifft dann doch alle Erwartungen – und dies in negativem Sinn.

Und auch die Tatsache, dass Fahrgäste in Neu-Ulm von der Schiene auf den Bus umsteigen müssen, macht das Ganze noch unkomfortabler. Praktischer für Reisende wäre gewesen, wenn sie direkt mit den IRE-Ersatzbussen an den Hauptbahnhof befördert werden könnten. Jetzt bleibt ihnen nur der ungewohnte Zwischentopp über Neu-Ulm.

Doch allein die Schuld bei der Bahn dafür zu suchen, ist falsch. Sie ist Getriebene der vielen Baustellen im Umfeld des Ulmer Bahnhofs.

Die Folgen des Schienenersatzverkehrs bekommen indes wohl nicht nur die Bahn-Kunden zu spüren. Auch auf der Straße dürfte es enger werden, und das nicht nur wegen der Busse. Denn viele Südbahn-Pendler dürften sich für die Zeit der Bauarbeiten zweimal überlegen, ob sie wirklich den Ersatzverkehr nutzen wollen oder doch lieber aufs Auto umsteigen.

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