Klose-Schock für Bayern nach 15-Tore-Woche

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Deutsche Presse-Agentur

5:1, 7:1, 3:0 - Tore satt! Aber ausgerechnet nach der Jubel-Woche mit drei Siegen und 15 Toren hat der FC Bayern München urplötzlich ein gewaltiges Sturm-Problem mit womöglich bitteren Folgen für die geplanten Großangriffe in Fußball-Bundesliga und Champions League.

Denn Nationalspieler Miroslav Klose fällt nach seiner schweren Fußverletzung nicht nur wie anfangs gehofft nur kurz, sondern womöglich bis unmittelbar vor dem Saisonende aus.

Bei einer Operation in der Schweiz wurde von einem Spezialisten die gerissene Halterung von zwei Sehnen im rechten Sprunggelenk wieder befestigt. Der Eingriff sei „gut verlaufen“, berichtete Bayern Münchens Mediendirektor Markus Hörwick am Abend. Klose kehrt umgehend nach München zurück, erhält keinen Gips und kann bereits mit Reha-Maßnahmen beginnen. Trainer Jürgen Klinsmann hoffe, „dass Klose in sechs Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann“. Der beste Saison-Torschütze der Bayern wird auf jeden Fall auch das Champions-League-Viertelfinale im April verlassen. Der Gegner wird von der UEFA am Freitag ausgelost.

Klose verletzt, Luca Toni außer Gefecht, Landon Donovan zurück in den USA - angesichts dieser Vorzeichen sprach Klinsmann zurecht von einer „prekären Lage“. Dem Trainer schwant Böses für die hohen Ziele des deutschen Rekordmeisters: „Die Decke im Angriff ist sehr, sehr dünn. Das ist eine ganz schwierige Konstellation.“

Klose hatte sich beim Sieg in Bochum ohne Einwirkung eines Gegenspielers am Sprunggelenk verletzt. Er selbst ahnte sofort, dass etwas „kaputt“ gegangen sein musste. „Das ist eine ungewöhnliche Verletzung. So etwas passiert eher selten“, sagte Manager Uli Hoeneß der „Süddeutschen Zeitung“. Klose wird auch die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Liechtenstein (29. März) und Wales (1. April) verpassen. „Die Verletzung von Miroslav Klose ist natürlich bedauerlich, doch wir hoffen, dass er möglichst schnell wieder fit wird und den Bayern zumindest in der Schlussphase der Saison wieder zur Verfügung steht“, kommentierte Bundestrainer Joachim Löw.

Ausgerechnet in einer ganz heißen Saison-Phase ist beim FC Bayern eingetreten, was Klinsmann immer befürchtet hatte - ein Engpass in der Offensiv-Abteilung. Erst letzte Woche, als der ausgeliehene Donovan zu Los Angeles Galaxy zurückkehrte, hatte Klinsmann gewarnt: „Wenn sich einer unserer drei Stürmer verletzt, wird es eng.“ In Bochum fehlten plötzlich sogar zwei von drei Angreifern.

Die Situation ist kurios: Über Nacht ist der zwischenzeitlich zum Stürmer Nummer 4 abgewertete Lukas Podolski wichtiger denn je für den FC Bayern geworden, obwohl er alles andere als ein Strafraumstürmer ist. „Es ist ein schöneres Gefühl, wenn man weiß, dass man spielt“, sagte Podolski: „Ich weiß, dass ich Potenzial habe. Ich will mich hier mit Titeln und guten Leistungen verabschieden.“

Der Köln-Rückkehrer, der in Bochum einen Elfmeter verschoss, ist nach Kloses Pech auch in der Nationalelf im Angriff wieder erste Wahl. Löw wird Podolski nach der Nichtberücksichtigung beim 0:1 gegen Norwegen für die Länderspiele gegen Liechtenstein in Leipzig sowie gegen Wales in Cardiff wieder nominieren.

Klinsmann bleibt nach dem Klose-Pech nur die Hoffnung, dass Toni schnell wieder auf die Beine kommt. Die letzten fünf Partien hat der Italiener wegen seiner Achillessehnen-Probleme inzwischen versäumt. Am Dienstag soll der Torjäger wieder ins Mannschaftstraining einsteigen - aber Zweifel bleiben. „Seine Verletzung an der Achillessehne ist mit Ruhe zu beheben, das haben unsere Ärzte gesagt“, berichtete Hoeneß.

Klinsmann wird abwägen müssen, ob er Toni im Bundesliga-Heimspiel gegen den Karlsruher SC wieder schont oder einen Einsatz riskiert. Immerhin zeichnet sich eine Rückkehr von Franck Ribéry (Schienbein-Prellung) ab, der als hängende Spitze aushelfen könnte. Gegen den Tabellenletzten, sagte Hoeneß, „müssen wir in einem Heimspiel auch so bestehen“. Er meinte damit, ohne die Top-Stürmer Klose und Toni.

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