Klose rettet Klinsmanns Bayern - 1:0 in Karlsruhe

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Torjäger Miroslav Klose hat die Talfahrt des FC Bayern München gestoppt und Trainer Jürgen Klinsmann wieder etwas Ruhe verschafft.

Der Nationalstürmer erzielte vier Minuten vor dem Ende den glücklichen Siegtreffer zum 1:0 (0:0) für den Fußball-Rekordmeister beim wacker kämpfenden Karlsruher SC und beendete die Negativserie von drei Spielen ohne Sieg. „Am Schluss hatten wir etwas Glück. Ich glaube, jetzt geht es aufwärts“, sagte Manager Uli Hoeneß erleichtert. Dennoch blieben die Bayern vor 30 500 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion erneut vieles schuldig, ehe Klose mit seinem Tor in der 87. Minute nach Flanke von Massimo Oddo den zuletzt heftig in die Kritik geratenen Klinsmann erlöste. „Der Sieg war enorm wichtig“, urteilte Hoeneß.

Der zuletzt von Klinsmann zweimal auf die Ersatzbank verbannte Kapitän Mark van Bommel, der von Beginn an auflief, meinte: „Es ist wichtig, drei Punkte geholt zu haben in einer schwierigen Zeit.“ Bayern habe bis zur letzten Minute gekämpft und nie aufgegeben. Allerdings knüpften die Münchner drei Tage vor dem Champions-League-Heimspiel gegen den AC Florenz nahtlos an die schwachen Leistungen vor der Länderspielpause an. Behäbig und ideenlos fanden die Gäste kaum einmal eine Lücke gegen die dicht gestaffelte KSC-Defensive. Nur bei einem Schuss von Franck Ribery (13.) und einem straffen Versuch von Bastian Schweinsteiger (14.) musste der ins Karlsruher Tor zurückgekehrte Markus Miller retten.

Die Hausherren, nach zuletzt zwei Siegen in Serie im Aufwind, versteckten sich nicht und störten die oft zu ungenau agierenden Münchner immer wieder erfolgreich. „Im Großen und Ganzen haben wir uns neutralisiert“, trauerte Miller der verpassten Chance auf wenigsten einen Punkt nach. „Eine Unachtsamkeit und Klose haben den Ausschlag gegeben.“ Sebastian Freis hatte mit seinem Lattentreffer (15.) die beste KSC-Chance vor der Pause. Einen Schuss von Antonio da Silva (20.), der eine Bänderzerrung rechtzeitig auskuriert hatte, parierte Bayern-Schlussmann Michael Rensing im Nachfassen.

Die nächste Schrecksekunde kam für die Bayern kurz vor der Pause, als der erneut schwache Luca Toni verletzt vom Platz humpelte. Für ihn kam Lukas Podolski in die Partie. Doch auch nach dem Seitenwechsel fand der Favorit zunächst keine Antwort auf die Schelte der vergangenen Wochen. Die Karlsruher wurden nun immer mutiger und brachten die Bayern-Hintermannschaft um den von Klinsmann wieder ins Abwehrzentrum beorderte Martin Demichelis mehrfach in Verlegenheit. Alex Iaschwilis Schuss konnte Rensing gerade noch zur Ecke lenken (55.). Kurz darauf hatte der nach zuletzt heftiger Kritik verunsicherte Münchner Keeper Glück, als er Joshua Kennedy den Ball vor die Füße prallen ließ, dieser aber aus spitzem Winkel das Tor verfehlte.

Auch der glücklose Ribery konnte im Spiel der Bayern nur selten für Überraschungsmomente sorgen und musste nach einer Stunde entkräftet für Tim Borowski Platz machen. Erst in den letzten Minuten bekamen die fahrig und fehlerhaft agierenden Klinsmann-Schützlinge die Partie wieder besser in den Griff und „duselten“ sich am Ende zum Punkte-Dreier. Hoeneß war dies egal: „Von der Moral her stimmte es zu 100 Prozent.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen