Kleine Meldungen rund um die Amtsübergabe

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Schuhwerfer-Gruß an den scheidenden US- Präsidenten George W. Bush, eine Umzugs-Verletzung von Vizepräsident Dick Cheney und ein traditionelles Kaffeekränzchen vor dem Machtwechsel im Weißen Haus. Splitter von der größten Vereidigungsfeier in der US-Geschichte im Überblick:

„ABSCHIEDSGESCHENK“: Inspiriert vom „Schuhwerfer von Bagdad“ haben Demonstranten dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush eine besondere Abschiedsvorstellung geboten. Mehrere Dutzend Bush-Kritiker warfen kurz vor Bush' Auszug ihre Schuhe auf den Rasen des Weißen Hauses. „Gebt Bush einen Tritt“, nannten sie ihre Aktion. Anders als der Schuhwerfer von Bagdad, der im Dezember bei einer Pressekonferenz in der irakischen Hauptstadt Bush mit seinen Schuhen beworfen hatte, müssen die Akteure in Washington mit keinen juristischen Konsequenzen rechnen. Die Sicherheitskräfte des Weißen Hauses empfingen sie freundlich, wie es heißt. Niemand wurde festgenommen.

KAFFEETRINKEN IM WEIßEN HAUS: Unmittelbar vor seiner Vereidigung kam Barack Obama gemeinsam mit seiner Frau Michelle zum Kaffee bei George und Laura Bush ins Weiße Haus. Das Treffen im persönlichen Rahmen zwischen dem scheidenden und dem künftigen Präsidenten hat Tradition. Michelle hatte ein Geschenk in einer weißen Schachtel mitgebracht. Beide Ehepaare begrüßten sich auf den Stufen des Weißen Hauses herzlich. Zuvor hatten die Obamas gemeinsam mit dem künftigen Vizepräsidenten Joe Biden und dessen Frau Jill in Washington einen Gottesdienst besucht.

CHENEY VERHEBT SICH: Der scheidende Vizepräsident Dick Cheney hat sich beim Umzug in sein neues Heim nahe der Hauptstadt Washington an einer Kiste verhoben und dabei den Rücken verrenkt. Der 67-Jährige musste deshalb die Amtseinführung Obamas im Rollstuhl verfolgen.

VERPLAPPERT: Die Frau des neuen US-Vizepräsidenten Joe Biden hat sich einen peinlichen Versprecher geleistet. „Joe hatte die Wahl, Außenminister oder Vizepräsident zu werden“, sagte Jill Biden in der populären US-Nachmittagstalkshow von Oprah Winfrey. Ihr Mann versuchte zwar sichtlich, ihren Redefluss mit einem „Pscht“ zu stoppen, aber es war zu spät. Plötzlich schien die Entscheidung von Präsident Barack Obama, Senatorin Hillary Clinton als Außenministerin zu nominieren, nur seine zweite Wahl gewesen zu sein.

NEUES AUTO: Neuer Job, neues Haus und auch noch ein neues Auto: Nach seiner Vereidigung zum US-Präsidenten wird Barack Obama künftig in einer Spezial-Limousine unterwegs sein. US-Medien zufolge trägt sie - wegen ihrer Panzerung und den technischen Finessen - den internen Beinamen „Das Biest“. „Man kann aber sagen, dass die Sicherheit und das verschlüsselte Kommunikationssystem des Wagens es zum technisch ausgereiftesten geschützten Fahrzeug der Welt machen“, sagte Nicholas Trotta, Vize-Direktor der Geheimdienst-Abteilung für Schutzvorkehrungen. Obamas neues Gefährt im James-Bond-Stil hat eine 13 Zentimeter dicke Panzerung. Glas und Räder sind schusssicher. Der Innenraum ist komplett versiegelt, um chemische Anschläge abzuwehren.

FANARTIKEL-BOOM: Obama ist überall. Auf T-Shirts und Ansteckern, Fingernägeln und Skateboards, Tellern und Münzen, Kugelschreibern und Wanduhren. In Nagelstudios der „minxnails“-Kette kann man sich Obama- Bilder auf die Fingernägel kleben lassen. Obama-Puppen gibt es in allen Größen. Den wohl teuersten Fan-Artikel bietet abccarpet.com an: Einen Obama-Designer-Drehstuhl für 2500 Dollar (1900 Euro), der über und über mit Obama-Porträts bedruckt ist. Im Souvenirshop „Political Americana“ unweit des Weißen Hauses wird vom Kaffeebecher über Schokoladen-Obamas bis zum Golfball und Halsketten jedes nur denkbare Souvenir mit dem Antlitz oder dem Namenszug des US-Präsidenten angeboten.

ALLE WOLLEN ZU OBAMA: Auch ihr hohes Alter von 105 Jahren konnte eine Obama-Anhängerin nicht davon abhalten, bei der Vereidigung des ersten schwarzen US-Präsidenten dabeizusein. Ella Mae Johnson reiste dafür aus der Nähe von Cleveland (Ohio) nach Washington. Klirrende Kälte und die Menschenmassen konnten sie nicht davon abhalten, so nah wie möglich dabei zu sein. Eine Pflegerin wollte sie im Rollstuhl zum Capitol schieben. Über Obama sagte die schwarze Amerikanerin: „Meine Hoffnung für ihn ist meine Hoffnung für das Land.

12. US-PRÄSIDENT FÜR QUEEN: Für Queen Elizabeth II. ist Obama bereits der zwölfte US-Präsident, den sie während ihrer Amtszeit erlebt. In einer persönlichen Botschaft wünschte die 1953 gekrönte Queen dem 44. Präsidenten der USA alles Gute für sein Amt.

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