Kleine Gärtner bauen Traumgarten in einer Kiste

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Elke Güber zeigt den Grundschülern, mit welchen Materialien sie ihren Traumgarten gestalten können. (Foto: Sarah Schleiblinger)
Schwäbische Zeitung
Redakteurin und Videojournalistin

Stetten a.k.M./ Sauldorf - In einer langen Reihe stehen schwarze Eimer, die gefüllt sind mit Steinen, Tonscherben und Stöcken im Gras. Elke Güber vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Baden-Württemberg geht von Eimer zu Eimer, nimmt jeweils ein Teil heraus und erklärt einem Dutzend Kindern, was genau das ist - und was sie mit den Naturmaterialien bauen könnten. Die meisten Objekte kennen die Erstklässler. Aber ein Zapfen, der genauso aussieht wie ein Tannenzapfen, aber nur die Größe eines Daumennagels besitzt – damit können die Kinder nichts anfangen. „Ist das von einem Ahornbaum?“, fragt ein Mädchen mit langen, blonden Zöpfen. „Fast“, sagt Güber. „Der Zapfen ist nicht vom Ahorn-, sondern vom Mammutbaum.“

Die Kinder der Grundschulen aus Stetten a.k.M. und Sauldorf-Rast lernen beim Unterricht unter freiem Himmel nicht nur etwas, über Pflanzen und Steine: Sie sollen auch selbst kreativ werden und einen kleinen Garten in einer Plastikschüssel anlegen. Dabei gilt es aber auch einige Regeln zu beachten. „Als erstes nimmt sich jeder zwei Hände voll Erde und schreibt seinen Namen auf die Schale, in die der Garten kommt“, sagt Güber. Falls sie Gras oder Kresse einsähen wollen, müssen sie bis zum Schluss warten. „Ich teile euch die Samen aus und ihr könnt sie in eure fertigen Beete eindrücken“, sagt Güber.

Und dann geht es los mit der Arbeit: Die kleinen Kinderhände drehen und wenden die Tonscheiben und wissen nicht so recht, was sie damit anfangen sollen. „Mh, vielleicht können wir das ja als Dekoration nehmen und neben die Blumen legen“, sagt ein Mädchen. „Und ich nehme ein Stöckchen und markiere damit, wo ich Kresse ausgesäht habe – so wie meine Oma“, sagt ein anderes Mädchen mit rosa Sandalen und blau-weißem T-Shirt. So langsam nehmen die Traumgärten Gestalt an. „Die Arbeit an den Gärten in der Kiste ist Teil des grünen Klassenzimmers“, sagt Projektleiter Alexander Pieh. „Obwohl hier mehr als 40 verschiedene Projekte angeboten werden, wird der „Traumgarten in der Kiste“ am meisten nachgefragt.“ Deshalb gibt es die Aktion auf der Gartenschau in Sigmaringen jeweils zweimal an insgesamt vier verschiedenen Tagen.

Wie zu erwarten, sind alle Grundschulkinder aus Stetten und Sauldorf konzentriert bei der Sache – und haben klare Vorstellungen, was die Gestaltung betrifft. Eine Gruppe von Mädchen hat kleine Terrassen in unterschiedlicher Höhe durch Steine abgetrennt und ein Junge mit einem blauen Hut will unbedingt einen Flusslauf quer durch das Kistenbeet. „Ein Junge wollte sogar einmal einen Fußballplatz bauen - und sonst nichts“, sagt Güber. „Aber auch das ist okay. Schließlich ist das Ziel, eben keine Vorgabe bei der Gestaltung zu haben.“ Das Projekt solle vielmehr den Bezug zur Natur fördern.

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