Klaus Zumwinkel: Tiefer Fall nach Steuervorwurf

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Deutsche Presse-Agentur

Der langjährige Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel galt als einer der mächtigsten Manager in Deutschland. Im Zenit einer Karriere und kurz vor einem geordneten Rückzug traf ihn der Vorwurf der Steuerhinterziehung mit mächtigem Knall.

Vor laufenden Kameras wurde der heute 65-Jährige am 14. Februar 2008 nach einer morgendlichen Razzia von der Staatsanwaltschaft zum Verhör wegen der Liechtenstein-Steueraffäre mitgenommen.

Die öffentliche Darstellung vor seiner Villa in Köln-Marienburg habe mit zu einer unzulässigen Vorverurteilung beigetragen, hieß es von kritischen Stimmen. Obwohl die Ermittlungen noch liefen, sei Zumwinkel als einer unter vielen bekannten Steuerflucht-Verdächtigen herausgepickt und „öffentlich hingerichtet“ worden.

Einen Tag nach den TV-Bildern räumte der langjährige Post-Lenker - nicht zuletzt auf politischen Druck der Bundesregierung - seinen Schreibtisch. Zumwinkel gab zudem Ämter als Aufsichtsratschef bei der Post-Tochter Postbank und der Telekom sowie als Aufsichtsrat bei der Lufthansa und zuletzt Arcandor auf.

Als seriöser Wirtschaftsführer war Zumwinkel geschätzt. Bevor er zur Post kam, hatte er das angeschlagene Versandhaus Quelle auf Vordermann gebracht. Nach außen galt er als bescheiden. Für negative Schlagzeilen sorgte Zumwinkel allerdings, als er im Zuge der Entscheidung für den Mindestlohn in der Branche auf einen Schlag eigene Aktien der Post für 4,73 Millionen Euro veräußerte.

Der rheinische Unternehmersohn war schon vermögend, als er 1989/90 zur Bundespost kam. Nach dem Tod seines Vaters hatte er zusammen mit seinem älteren Bruder Hartwig eine Handelskette geerbt, die er Anfang der 70er Jahre an die Rewe-Gruppe verkaufte. Die 1986 in Liechtenstein angelegten Millionen sollen aus diesem Erbe stammen. Auch sein Bruder soll auf diese Weise Steuern hinterzogen haben.

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