Kläranlage Lipbach erhält vierte Reinigungsstufe

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bw und Brigitte Walters

f (bw) - Die Kläranlage Lipbach-Bodensee des Abwasserzweckverbandes wird eine vierte Reinigungsstufe erhalten. Darüber hat Steffen Baur von der Süddeutsche Abwasserreinigungs-Ingenieur GmbH den Markdorfer Gemeinderat informiert. In der Kläranlage in Immenstaad wird ein Großteil des Abwassers der Stadt Markdorf gereinigt. Beteiligt sind auch Immenstaad, Hagnau und Kluftern.

Mit der vierten Reinigungsstufe sollen Spurenstoffe wie Arzneimittelwirkstoffe, Hormone, Röntgenkontrastmittel, Biozide, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und Mikroplastik aus dem Wasser entfernt werden, bevor es in den Bodensee fließt. Einzelne dieser Stoffe können schon in geringen Konzentrationen nachteilige Auswirkungen auf das Ökosystem haben, erklärte Baur. Die Belastung von Trinkwasser mit diesen anthropogenen Spurenstoffen sei grundsätzlich unerwünscht.

Um diese Spurenstoffe zu beseitigen, gebe es mehrere Verfahren. Für die Kläranlage am Lipbach biete sich die Vollstrombehandlung mit nachgeschaltetem kontinuierlichen Filtereinsatz durch granulierte Aktivkohle an, erklärte Baur. Erforderlich sei dazu eine neue Gebläsestation. Die vorhandene entspreche nicht mehr dem aktuellen Stand. Teile der Elektrotechnik müssten ebenfalls erneuert und ein neuer Filter geschaffen werden.

Der Abwasserzweckverband rechnet mit Kosten von rund 4,4 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt Markdorf beträgt 1,8 Millionen Euro. Das Land übernimmt davon rund 650 000 Euro. Wenn der Förderbescheid vorliegt, soll die Ausschreibung erfolgen. Realisiert werde die vierte Reinigungsstufe in den Jahren 2021/2022.

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