Kindern bei schlechten Zeugnissen Hilfe anbieten

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Deutsche Presse-Agentur

Eltern sollten ihre Kinder bei schlechten Zeugnissen motivieren und Hilfe anbieten. „Sie dürfen ihre Enttäuschung in Grenzen zeigen“, sagte Heinz Thiery, Leiter der virtuellen Beratungsstelle der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fürth.

So dürften Eltern sagen, dass sie sich mehr erwartet hätten. Allerdings sollten sie sich dann wieder auf das Kind konzentrieren und es ermutigen. „Das Kind muss erfahren, dass sich die Eltern Sorgen um seinetwillen machen.“

Eltern könnten zum Beispiel mit dem Kind über Nachhilfe sprechen, riet der Diplom-Psychologe. Oft wüssten Eltern aber auch nicht, dass ihre Kinder unter bestimmten Lernbedingungen leiden, die sich leicht ändern ließen. Zum Beispiel bräuchten manche Kinder mehr Ruhe.

Auf keinen Fall sollten Eltern ihre Kinder untereinander vergleichen und sie so einer Konkurrenz aussetzen. Das Geschwisterkind dürfe nicht zum Vorbild erklärt werden, sagte Thiery. „Es muss der Eindruck entstehen, dass es um dieses spezielle Kind geht“ - und eben nicht um Bruder oder Schwester.

Bestrafungen und Belohnungen sollten nach Ansicht des Diplom-Psychologen vorsichtig eingesetzt werden. Oft passiere es, dass dabei das Kind weiter nach unten abrutscht. So führten Bestrafungen immer wieder dazu, dass sich die Kinder mit diesen arrangieren. Sie wüssten, dass sie nicht jedes Mal bestraft werden und nehmen daher die wenigen Male in Kauf.

Bei Belohnungen sei es wichtig, dass es nur um kleine Geschenke wie Kinokarten oder den Eintritt in die Disco gehe. „Das Fahrrad sollte weiterhin an Weihnachten geschenkt werden“, sagte Thiery. Besser sei es in beiden Fällen, dem Kind klar zu machen, dass es um seine Zukunft gehe.

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