Kinder lernen am Lagerfeuer vieles über die Kartoffel

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Mehrere Kinder stehen mit Erwachsenen um ein Lagerfeuer herum
Die Kinder grillen leckeres Stockbrot über dem Feuer. (Foto: Lothar Dittes)
Lothar Dittes

Am Freitagnachmittag sind Rauchwolken zwischen dem „Hohen Karpfen“ und dem Bio-Hof Riesle aufgestiegen. Der Beobachter fragte sich vielleicht, ob da etwas Schlimmes im Gange war? – Aber nein, weit gefehlt.

Der Obst- und Gartenbauverein Hausen ob Verena hat zum „Kartoffelgrillen unter freiem Himmel auf dem Feld“ im Rahmen des Ferienprogramms 2019 eingeladen.

Viele Kinder, Erwachsene und Senioren waren der Einladung von Vorsitzender Ursula Koch gefolgt und saßen rund um das Feuer auf Bierbänken vor dem Kartoffelfeld des Bio-Bauern Uwe Riesle.

Seit zehn Jahren hat diese Aktion im Sommerferienprogramm der Gemeinde Hausen ob Verena seinen Platz.

Kartoffeln ohne Alufolie im Lagerfeuer garen

Eigentlich ist die Ernte des Knollengewächs Mitte September bis Anfang Oktober – also erst in einem Monat. Die Tatsache, dass die Kartoffeln noch etwas kleiner sind, tat dem Kinderprogramm aber keinen Abbruch. Susanne Pfrang zeigte den Kindern anschaulich, wie sie die Kartoffeln auf „afrikanischen Art“ zubereitet: Sie tauchte die Knollen in einen Brei aus Lehmerde. Somit ist die Kartoffel bedeckt und wird dann im „Lehmmantel“ über dem offenen Feuer gegart. Die Alufolie bleibt dadurch überflüssig. Zu den Kartoffelgerichten hatte der Gartenbauverein auch Bibeleskäse für die Kinder dabei – dazu gab es selbstgemachte Kräuterbutter und Kräuterquark zum Verspeisen.

Für jedes Kind wurde ein Freigetränk aus der Vereinskasse gespendet.

Für die angebotenen Speisen bat der Gartenbauverein um eine Spende. Die Kartoffeln dazu spendete Biolandwirt Uwe Riesle.

Riesle erklärte den Kindern auch, wovon die Pommes Frites stammen – nämlich von der Kartoffel. „Die Knolle ist vielseitig zu verwenden“, sagte der Biobauer. „Angefangen vom Püree, Salzkartoffel, gekochte Kartoffel, Kartoffelsalat, bis zum Brotteig-Beigemisch oder als Kartoffelpuffer kann man die Kartoffel verarbeiten.“ Seine Kartoffel wird auch nur biologisch gedüngt. Gegen den lästigen Kartoffelkäfer geht Riesle mit Algenkalk vor, wie er erzählt. Die älteren Teilnehmer, die mit ihren Kindern zum Ferienprogramm gekommen waren, erinnerten sich an die früheren Zeiten, als alle bei der mühsamen Kartoffelernte mithelfen mussten und wie zum Schluss der Ernte das Kartoffelfeuer loderte.

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