„Killerspiele“: Kugeln, Granaten und virtuelles Blut

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Deutsche Presse-Agentur

Bei sogenannten Killerspielen blickt der Computerspieler durch die Augen einer schwer bewaffneten Figur. In der Regel will er so viele Gegner wie möglich töten, bevor es ihn selbst erwischt.

Die im Fachjargon „Ego-Shooter“ genannten Spiele sind häufig in einer apokalyptischen Zukunft angesiedelt. Beliebt sind aber auch Kriegsspiele. In manchen Spielen fließen Ströme virtuellen Bluts, wenn Gegner von Kugeln durchsiebt oder Granaten zerrissen werden. Körperteile fliegen durch die Luft.

Die meisten Gewaltspiele sind netzwerkfähig. Die Spieler treffen sich im Internet oder auch tatsächlich in einem Raum bei sogenannten LAN-Partys (LAN steht für lokales Netzwerk). Ein bekanntes Online-Spiel ist „Counter-Strike“, das auch der Amokläufer von Winnenden gespielt haben soll. Dabei treten zwei Teams gegeneinander an - die „Terroristen“ und die „Counter-Terroristen“ genannten Polizisten. Mittlerweile gibt es viele Fangemeinden, die sich regelmäßig in Turnieren messen. Weltweit ist das Spiel seit dem Jahr 2000 mehr als zehn Millionen Mal verkauft worden.

Spätestens seit dem Amoklauf im Erfurter Gutenberg-Gymnasium 2002 wird über Gewaltspiele am Computer heftig gestritten. Mehrfach kam heraus, dass Amokläufer solche Spiele besaßen. Ein Zusammenhang zwischen virtueller Gewalt und realen Bluttaten konnte bislang allerdings nicht eindeutig nachgewiesen werden. Experten betonen zudem, dass Killerspiele allein niemanden zum Attentäter machen können. Computerspieler halten viele Ego-Shooter für spannende Unterhaltung, bei der Teamgeist und Kommunikation gefragt sind.

Um Jugendlichen den Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen zu erschweren, hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr das Jugendschutzgesetz verschärft. Sie erweiterte die Kriterien, nach denen Gewaltvideos und -spiele als jugendgefährdend auf dem Index landen. Im Internet können sich Kinder und Jugendliche indizierte Spiele aber weiterhin ohne jede Altersprüfung herunterladen.

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