Kiemel strampelt sich für Radweg ab

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55 Kilometer sogenannter klassifizierter Straßen liegen auf Abtsgmünder Gemarkung. Und viele Abschnitte davon sind als sanierungsbedürftig wegen ihrer Schäden rot markiert. Beim straßenbaupolitischen Gespräch wandten sich gestern die Vertreter der Kreis- und Landespolitik mit starken Bitten an die neue Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Gisela Splett. Im Fokus: die schon lange geplante Teilortsumgehung Untergröningen und der Kocher-Jagst-Radweg entlang der B 19.

Bürgermeister Armin Kiemel schilderte die Lage. Obwohl er nicht verhehlen wolle, dass in der Vergangenheit bei den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen einiges getan wurde, habe sich der Zustand vieler Straßen auf Abtsgmünder Gebiet deutlich verschlechtert, auch und vor allem durch die strengen Winter. Splett verdeutlichte zunächst die Lage und die Ziele – die Kassen sind knapp, ebenso der Personalstand im Ministerium und von der Vorgängerregierung habe man 750 Baustellen auf der Prioritätenliste „geerbt“ mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro. Nun gelte es, vor allem die vorhandene Straßensubstanz zu erhalten, weil das Land auf gut ausgebaute Straßen angewiesen sei. Straßeneubau sei indes nur dann vertretbar, wenn er ökologisch und sozial sinnvoll und finanzierbar sei.

Beim Gespräch unter anderem mit den Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold (CDU) und Klaus Maier (SPD) nannte der Abtsgmünder Bürgermeister dann die Maßnahmen, die für ihn Priorität haben und „ganz wichtig sind“: Zum einen die vom Landratsamt bereist 2003 genehmigte Teilortsumgehung Untergröningen. Für die gut 600 Meter sind 4,17 Millionen Euro veranschlagt. Eine „Kleinmaßnahme“ also, stellte Landrat Klaus Pavel fest. Dennoch – seit Jahren „schlupft da nix“, die Umgehung sei überfällig. „Die Politik sollte ihre Zusage aus dem Jahr 2003 einlösen.“

Ganz oben steht für Kiemel der immer noch nicht durchgängige Kocher-Jagst-Radweg, der ja einer der meistfrequentierten Radweg in Deutschland sei. Hier werde man „seit Jahren vertröstet“. Für den ersten Bauabschnitt von Untergröningen nach Algishofen wird mit 1,1 Millionen gerechnet, mit dem zweiten (Algishofen-Fach) mit 700 000 bis 1,2 Millionen Euro, je nach Variante. Pavel hofft, dass man ohne Planfeststellungsverfahren auskommt – „das kostet wieder ein Jahr“. Darüber hinaus nahm die Staatssekretärin noch eine ganze Reihe weiterer Wünsche für den Straßenbau auf Abstgmünder Gemeindegebiet mit nach Stuttgart.

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