Khediras Kracher Bewerbung bei Tribünengast Löw

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Deutsche Presse-Agentur

Spektakulärer hätte Sami Khediras Bewerbung bei Tribünengast Joachim Löw kaum sein können. „Der Ball landet entweder im Tor oder im Neckar“, scherzte der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart nach seinem traumhaften Last-Minute-Treffer zum 2:2 (1:0) gegen Bayern München.

Mit seinem Doppelpack rettete der 21-Jährige den Schwaben fast im Alleingang einen verdienten Punkt gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister und brachte sich mit Nachdruck beim Bundestrainer in Erinnerung. „Ich muss gesund bleiben und meine Leistung konstant abrufen. Dann bin ich überzeugt, dass es endlich klappt“, warb Khedira nach seiner Gala um eine baldiges Debüt in der Nationalmannschaft.

In Länderspiel-Form ist der Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen schon jetzt. „Er ist sehr vielseitig und hat eine Pferdelunge“, lobte Sportdirektor Horst Heldt den Mann des Tages. Mit einem enormen Laufpensum, Übersicht im Spielaufbau und Wucht vor dem Tor lieferte Khedira in seinem 60. Bundesliga-Spiel einen weiteren Beweis seiner Klasse. „Es ist meine Stärke, dass ich aus der Tiefe in die Spitze stoße“, betonte der Doppel-Torschütze seinen Anspruch auf den Stammplatz im defensiven Mittelfeld. Dort hat der zweikampfstarke Techniker inzwischen Leitwolf Pavel Pardo, immerhin Taktgeber des Meisterteams von 2007, verdrängt.

Auch als Torjäger ist Khedira schon öfter aufgefallen. Vier Wochen nach seinem Bundesliga-Debüt im Oktober 2006 gelang ihm beim 3:0 gegen Schalke sein erster Doppelpack im Oberhaus. Sein Treffer zum 2:1 gegen Cottbus sicherte dem VfB im Mai 2007 den fünften Meistertitel. In dieser Saison hat der Allrounder bereits fünfmal zugeschlagen. „Wahnsinn“, staunte Teamkollege Mario Gomez nach Khediras kapitalem Kracher gegen Bayern. „Wir haben nicht umsonst den Vertrag mit ihm verlängert. Er spielt in unseren Planungen eine wichtige Rolle“, sagte Heldt. Vor dieser Saison unterschrieb Khedira, der als Achtjähriger zum VfB kam, einen neuen Kontrakt bis 2011.

Längst hätte der zehnmalige U21-Auswahlspieler auch eine feste Größe in Löws Kader sein können. Im August 2007 hatte der Bundestrainer den Rechtsfuß für die Partie gegen England im Wembley- Stadion nominiert, doch kurz zuvor musste Khedira wegen eines Außenbandanrisses absagen. Seither warfen ihn immer wieder Blessuren zurück. Geht es nach VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger, ist Khediras Warten auf Löws nächsten Anruf schon vor dem nächsten Länderspiel gegen Norwegen im Februar vorbei: „Er hat viele Fähigkeiten und ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass er eingeladen wird.“

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