Keine „Crash-Kuren“ zur Fastenzeit

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Deutsche Presse-Agentur

In der Fastenzeit ist ein gesundes Abnehmen nach Einschätzung der Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg mit sechswöchigen „Crash-Kuren“ nicht möglich.

„Die Gewichtsabnahme ist etwas, das nur langfristig funktioniert“, sagt Wahrburg, die an der Fachhochschule Münster tätig ist. Sinnvoller sei es deshalb, die Ernährung langfristig umzustellen. Die Fastenzeit hat am Aschermittwoch (25. Februar) begonnen und dauert bis zum Osterfest.

Viele Menschen dächten, das Abnehmen sei im Grunde wie eine mehrwöchige Therapie, und sie seien nach nur sechs Wochen ihr Gewichtsproblem für immer los, sagt Wahrburg. Auf diese Weise könne jedoch niemand dauerhaft schlank bleiben. „Das ist der Einstieg in die berühmte Jo-Jo-Geschichte: Am Ende ist der Mensch dicker und kränker als vorher“, sagt die Ernährungsexpertin.

Vielmehr solle man die Fastenzeit zunächst zum „Innehalten“ nutzen, um sich klar zu werden, ob man seinen Lebensstil dauerhaft umstellen will: „Das fängt mit Alltagssituationen an, indem man zum Beispiel die Treppe nimmt und nicht den Aufzug“, sagte Wahrburg. Sport sei beim Abnehmen besonders wichtig. „Langfristig funktioniert das nur, wenn man an beiden Seiten arbeitet: der Essenseite und der Bewegungsseite“, so die Wissenschaftlerin. Ferner sei es hilfreich, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun. „Ich würde raten, sich jemanden zur Unterstützung zu suchen. Es fällt einem dann leichter.“

Sinnvoller als eine radikale Abnehmkur ist es nach Ansicht der Expertin jedoch, in der Fastenzeit eher auf Dinge wie Süßigkeiten zu verzichten: „Vielleicht merkt man nach diesen sechs Wochen, dass man gar nicht so viel vermisst hat.“ Auch das sei ein großer Erfolg.

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