Kein Raum für Rechts

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Kein Raum für Rechts
Kein Raum für Rechts
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Ich bin kein Experte was die Musik von Frei.Wild und den anderen Bands angeht, die in Laichingen auftreten sollen. Aber nach Bekanntwerden des Festival-Plans habe ich mir Texte und Lieder zu Gemüte geführt. Was die Burschen beherrschen: Das Wandeln an der Grenze zwischen rechts und konservativ. Platte Nazi-Parolen finden sich in Stücken, die ich gehört habe, nicht. Jedoch muss es arg zu denken geben, wenn der Flugsportverein darauf verweist, dass augenscheinliche Nazis nicht aufs Festivalgelände gelassen würden. Ganz ehrlich, es könnte also sein, dass Nazis vorbeischauen in Laichingen?!

Lieber Flugsportverein: Habt ihr das wirklich nötig? Ein Appell deshalb an den Verein: Bitte überlegt es euch nochmal sehr gut, auch im eigenen Interesse, ob ihr den Bands wirklich diese Plattform geben wollt. Denn eines ist klar: Für alles, was bei dem Festival propagiert, beschworen, verunglimpft oder beschimpft wird, dafür wäre dann auch der Verein mitverantwortlich. Er stellt ja schließlich aus freien Stücken das Grundstück zur Verfügung. Für jeden Hitler-Gruß im Publikum, für jeden Sieg-Heil-Ruf. Und dies wird – mit ziemlicher Sicherheit – geschehen. Mögen die Bands rechtes Gedankengut nicht offen zur Schau stellen, so lockt die Musik Nazis an. Und diese werden kommen – nach Laichingen. Der Flugsportverein macht’s möglich. Ganz ehrlich, sagt den Käse ab – kein Raum für Rechts!

Schade um die Musik ist’s übrigens nicht. Denn Frei.Wild & Co. machen Musik, die trennt. Ludwig van Beethoven würde sich enttäuscht abwenden. Er ist mit Bach Deutschlands größter Komponist und war überzeugter Europäer. In seiner Ode an die Freude hofft er: „Alle Menschen werden Brüder.“ Beethoven würde die Musik von Frei.Wild hassen.

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