Kau läutet die Hopfenernte ein

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Beim Hopfenfest in Kau müssen sich die Teilnehmer am Preis-Hopfenbrocken beeilen.
Beim Hopfenfest in Kau müssen sich die Teilnehmer am Preis-Hopfenbrocken beeilen. (Foto: Annette Rösler)
Annette Rösler

Mit einem Festgottesdienst in der Seldnerhalle wurde das traditionelle Kauer Hopfenfest am Sonntagmorgen eröffnet. Zahlreiche Besucher aus Kau und Umgebung hatten sich eingefunden, um gemeinsam zu feiern. Organisiert wird das Fest vom Schützenverein Waldeslust Kau und musikalisch umrahmt vom Männerchor Kau. Das Hopfenfest läutet seit über 60 Jahren den Start der Hopfenernte ein.

Oberschützenmeister Franz-Josef Pfeiffer sprach den Willkommensgruß und überließ die fetzige Unterhaltung zum Frühschoppen den „Burgspatzen Fronreute“. Hopfenkönigin Theresa Locher hatte, da die Hopfenprinzessinnen verhindert waren, gemeinsam mit Nina Reinhart und Stefanie Fahr den Losverkauf zum Preis-Hopfenbrocken übernommen. Musikalisch bei Laune gehalten wurden die Besucher von „Otti“, der, obwohl „es saumäßig heiß“ war, die Festbesucher zum Mitsingen und -klatschen animierte.

Die Spannung wuchs, als die zehn Hopfenranken auf die Bühne gebracht wurden und Nina die Lostrommel drehte. 155 Lose waren verkauft worden, im Jahr zuvor waren es 189. Zehn Nummern zog Hopfenhoheit Theresa aus der Lostrommel, Moderator Franz Marschall gab die Namen der Kandidaten und die strengen Regeln bekannt. Gebrockt wird, bis die erste Ranke leer ist, dann ist für alle Schluss. Wichtig ist, dass nur die Dolden und keine Blätter und Stiele im Korb landen. Natürlich kommt es auf die Menge an, diese wird von einer ortsansässigen Hopfenexperten-Jury gewogen.

„Ein maßgebliches Kriterium ist ein ruhiges Verhalten bei der Arbeit, denn wer dauernd schwätzt, bekommt nichts zusammen“, so Franz Marschall. Sieben Frauen und drei Männer bekamen blaue Arbeitsschürzen verpasst und los ging es. „Wen die Hopfenranken einmal festhalten, den lassen sie so schnell nicht los“, meinte Theresa Locher zu den rauen Stielen und Blättern, die ziemlich unangenehm kratzen können.

Ein intensiver Hopfenduft begleitete die zehn schwer arbeitenden Hopfenbrocker, dann war die erste Ranke gebrockt und alle mussten aufhören. Nach der Auszählung kam mit 71,3 Punkten auf Platz eins Maria Schneider, eine erfahrene Brockerin, Platz zwei ging an Silvia Pfeiffer mit 70,6 Punkten. Den dritten Platz belegte Claudia Locher, die „Königinmutter“, mit 67,5 Punkten und auf Platz vier landete Annika Göser. Anja Württemberger schaffte Platz fünf und Steffi Fahr Platz sechs. Manuel Württemberger kam auf Platz sieben und Caudia Helvy auf Platz acht. Marc Zuschlag eroberte Platz neun und Helmut Ebner Platz zehn. Die Gewinner dürfen sich über einen Einkaufsgutschein der Stadt Tettnang freuen. Nach der anspruchsvollen Arbeit, die manchen Kratzer hinterlassen hat, gab es ein kühles Bier, das wesentlich leichter zu erwerben war als der Einkaufsgutschein.

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