„Karlheinz Böhm brachte uns zum Träumen“

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Herbert Beck
Redaktionsleiter

Im Hauptberuf ist Kamal Suleiman Bauer. Doch sein Amt als Vertreter von etwa 1500 Haushalten liegt ihm auch am Herzen. „Wenn ich nicht gut arbeite, wählen mich die Menschen ab.“ Seit die Böhm-Stiftung das Versprechen abgegeben hat, in einer ersten Phase die völlig marode Dorfschule zu sanieren, fühlt sich der drahtige Mann als erster Gewinner der Entscheidung. „Meine Aufgabe ist es, hier vor Ort die Arbeit zu organisieren, wenn der Bau beginnt. Die Leute können es kaum erwarten, bis es losgeht.“ Mittendrin wird dann Suleiman den Ton angeben. Geht es nach ihm, wird Karlheinz Böhm ein Denkmal gebaut: „Unsere Beschwerden, unsere Anliegen sind lange nicht erhört worden. Das hier war ein vergessener Landstrich. Aber jetzt, das schwöre ich bei Allah, werden sich die Menschen dafür begeistern, so viel wie möglich mitzuhelfen. Dieser Mann hat uns den Glauben gegeben, dass es mit uns aufwärts geht.“

Noch herrschen in Bedada in vielen Bereichen untragbare Zustände. Das Dorf verfügt nur über wenige saubere Wasserstellen. Bis zur nächsten Klinik müssen Patienten 20 Kilometer zurücklegen oder auf Tragen transportiert werden. Suleiman beschreibt, wie die Bauern mit glühenden Eisen versuchen, ihren Tieren Krankheiten auszutreiben. „Viele Missstände haben direkt damit zu tun, dass die Menschen zu wenig wissen. Eine bessere Schule, auf die wir mehr Kinder schicken können, wird auch das ändern. Für uns ist ein Licht angegangen.“

Seine drei jüngsten Kinder gehen noch in Bedada zu Schule. Zwei besuchen die nächstgelegene Mittelschule. Suleiman: „Ich werde nicht müde, dafür zu werben, dass die anderen Eltern auch so handeln. Das bin ich auch Karlheinz Böhm schuldig.“ Ein paar Männer, die zugehört haben, nicken. Herbert Beck

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