Karabatic bereitet Abschied vom THW vor

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Welthandballer Nikola Karabatic kämpft derzeit an vielen Fronten: Mit dem Nationalteam Frankreichs ist der Rückraumspieler bei der WM in Kroatien auf Medaillenkurs, bei Noch-Arbeitgeber THW Kiel bereitet er unterdessen mit harten Bandagen seinen Abschied vor.

Der 24-Jährige lässt kein gutes Haar an der Vereinsführung: „Die Chefs, die ich respektiere, haben ihr Wort nicht gehalten“, schreibt der Franzose auf seiner Internetseite. Mit dem angesprochenen Wortbruch klagt Karabatic die Entlassung von Erfolgs-Trainer Zvonimir Serdarusic im vergangenen Juni an, mit dem er eng befreundet ist.

Diesem will der Olympiasieger nun zu den Rhein-Neckar Löwen folgen, die ab der kommenden Spielzeit von Serdarusic trainiert werden. „Heute verhehle ich nicht, dass mein Wunsch, wieder mit Noka Serdarusic zusammenzuarbeiten, groß ist, vor allem, weil ich ein Gefühl habe, das etwas unvollendet ist“, sagt der zweimalige Champions-League-Sieger. Geht es nach Bhakti Ong, Berater des französischen Superstars, kann der Wechsel-Poker ganz schnell beendet sein: „Der Ball liegt nun bei Kiels Manager Uwe Schwenker und Löwen- Geschäftsführer Thorsten Storm“, sagte Ong dem „Mannheimer Morgen“. „Nikola wäre über einen Wechsel glücklich. Wenn sich die beiden Vereine einigen, kann alles ganz schnell gehen.“

Noch stemmt sich Schwenker erfolgreich gegen die Abwerbeversuche seiner Spieler. Auch Vid Kavticnik und Filip Jicha waren Angebote der Mannheimer nachgesagt worden. „Wir haben einen Vertrag mit Karabatic bis 2012, und den wollen wir einhalten“, sagte Schwenker kurz und knapp. Auch auf die Vorwürfe seines Superstars reagierte er nur missmutig und zugeknöpft: „Die Aussagen sind mir bekannt, aber ich möchte mich dazu nicht äußern. Ich warte, bis er zurückkommt aus Kroatien, und dann werden wir uns unterhalten.“ Während großer Turniere setze er sich grundsätzlich nicht mit seinen Spielern in Verbindung.

Ob das Verhältnis des Franzosen zu den „Zebras“ noch zu kitten ist, scheint fraglich. „Ich war und ich bin immer noch verärgert von der getroffenen Entscheidung“, sagt Karabatic und verweist auf eine angeblich getroffene Zusage bei seiner Vertragsverlängerung 2007: „Im Gegenzug hat der THW Kiel versprochen, den Vertrag von Noka zu verlängern. Und ihr wisst, was letzten Sommer passiert ist.“ Schwenker dementiert indes jegliche schriftliche oder mündliche Zusagen in dieser Richtung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen