Kammerspiel über Vergänglichkeit: Márais „Möwe“

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der Flucht vor den Nazis landet die Finnin Aino Laine im Zimmer eines ungarischen Ministerialbeamten, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Der Beamte gerät angesichts von Ainos verblüffender Ähnlichkeit mit einer früheren Geliebten aus der Balance. Er, den bisher nichts aus der Ruhe zu bringen schien, lädt die junge Lehrerin spontan in die Oper ein.

Die anschließende Nacht - Mittelpunkt des Romans von Sándor Márai „Die Möwe“ - ist ganz dem Dialog zwischen dem schicksalsergebenen Minister und der Finnin gewidmet, zweier Menschen, die sich vertraut fühlen, zwischen denen aber Welten stehen. Der vor 60 Jahren geschriebene Roman gehört zum Gesamtwerk des Ungarn, das seit der Neuausgabe der „Glut“ 1999 in Deutschland wieder entdeckt wird. Der 1900 geborene ungarische Schriftsteller starb 1989 im Exil in den USA durch Freitod.

Sándor Márai „Die Möwe“

Piper Verlag, München

187 S., Euro 16,90

ISBN 978-3-4920-5208-5

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