Kacar beendet den „Pante-Fluch“ von Hertha

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Deutsche Presse-Agentur

Den „Pante-Fluch“ beendet, den Heimkomplex abgelegt: Gojko Kacar hat Hertha BSC mit seinem späten Treffer zum 2:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart den 250. Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte beschert.

Drei Minuten vor dem Abpfiff beendete der Serbe damit die Negativ-Serie der Herthaner, die in dieser Saison noch nicht im Olympiastadion gewonnen hatten, und machte das Fehlen seines suspendierten Landsmannes Marko Pantelic vergessen.

„Wir sind ruhig geblieben und haben Geduld bewiesen. Das war auch ein Sieg für Marko“, meinte Coach Lucien Favre, der den Torjäger (schon 40 Tore für Hertha) auf die Tribüne verbannt hatte, da dieser am Donnerstag die Reha aufgesucht hatte und unentschuldigt dem Training ferngeblieben war. „Ein Signal für die Mannschaft“, meinte Manager Dieter Hoeneß zum Durchgreifen des Trainers. Die Profis zeigten Verständnis für die harte Hand Favres, der Hertha auf Platz vier der Tabelle geführt hat. „Die Entscheidung war auf jeden Fall richtig. Ein Denkzettel für Marko. Ich hoffe, dass er so etwas künftig unterlässt“, meinte Kapitän Arne Friedrich und stärkte dem Coach den Rücken.

13 mal hatte Hertha seit Sommer 2005 bisher in der Bundesliga ohne Pantelic antreten müssen und 13 mal nicht gewonnen. Mit schwarzer Jacke, eine schwarze Mütze bis in die Stirn gezogen, verfolgte „Pante“ das Spiel von seinem Platz in der Ehrenloge. Doch damit scheint die Sache nun für Favre erledigt: „Das Thema ist fertig.“ Am Sonntag trainierte Pantelic wieder mit dem Team und wird im UEFA-Cup gegen Benfica Lissabon auch wieder auflaufen dürfen.

Die Verlängerung der „schwarzen Serie“ der Schwaben - seit 17 Jahren sind sie in Berlin nun schon ohne Sieg - hatte Maximilian Nicu mit seinem ersten Bundesliga-Tor in der 30. Minute eingeleitet. „Ich musste ja nicht viel tun. Das war eine prima Vorarbeit von Raffael“, meinte der Schütze. Arne Friedrich hatte mit einem Pass die gesamte Stuttgarter Deckung ausgespielt, Raffael lief allein auf Jens Lehmann zu und passte im rechten Moment auf den freistehenden Nicu. „Ich widme das Tor meine Vater Alexandru. Er hat heute 62. Geburtstag und wird jetzt vor dem Fernseher weinen“, meinte der Neuzugang aus Wehen nach dem 20. Sieg der Berliner im 51. Spiel beider Rivalen.

Der Treffer fiel aus heiterem Himmel, denn die Schwaben hatten klar das Spiel bestimmt, doch an der Strafraumgrenze waren sie mit ihrem Latein am Ende. Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Eine Ecke von Pavel Pardo verlängerte Mario Gomez mit dem Kopf auf den freistehenden Cacau (50.), der den Ball nur noch einschieben musste. Danach wurden die Gäste noch offensiver, doch Keeper Jaroslav Drobny verhinderte an seinem 29. Geburtstag den Rückstand der Platzherren. Mit der besten Möglichkeit scheiterte Gomez zudem am Pfosten (81.).

„Berlin ist immer ein Reise wert. Doch für uns leider nur privat. Wir haben gut gespielt, doch wir waren im Abschluss nicht klug genug“, bedauerte VfB-Trainer Armin Veh, dessen Team zuletzt am 2. März 1991 im Olympiastadion erfolgreich war. Noch drastischer kommentierte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger den Spielverlauf: „Das war ausschließlich Glück für den Gegner und Pech für uns. Wir haben sehr, sehr gut gespielt. Ich habe nichts an unserem Spiel zu kritisieren. Es sollte einfach nicht sein.“

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