Köln: Zweiter Vermisster unter Trümmern gefunden

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Deutsche Presse-Agentur

Die Hilfskräfte fanden einen männlichen Leichnam. „Die Anhaltspunkte sprechen dafür, dass es sich um den zweiten Vermissten handelt“, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstagabend. Nach der Bergung sollte die Leiche zur Obduktion in die Gerichtsmedizin gebracht werden. Zur Bergung mussten die Helfer noch eine Betonplatte wegräumen.

Opferschützer hätten sofort die Eltern des vermissten Khalil informiert, dass ihr Sohn möglicherweise gefunden sei. Wenn man den Eltern eine Identifizierung zumuten könne, werde das relativ schnell geschehen. Andernfalls werde das über eine DNA-Analyse zwei Tage dauern. Nach dem Fund hatten Hilfskräfte begonnen, den Schutt vorsichtig mit den Händen abzutragen.

Die Feuerwehr hatte unter widrigen Umständen intensiv nach dem zweiten Vermissten an der Einsturzstelle gesucht. Nachdem Spürhunde am Nachmittag angeschlagen hatten, zeigte sich die Feuerwehr „vorsichtig optimistisch“. Die Leiche liege an der sogenannten Schlitzwand, die zur Absicherung der Baugrube für den unterirdischen Bahnhof eingelassen wurde. „Wir sind froh, dass wir ihn gefunden haben“, zeigte sich der Feuerwehrsprecher erleichtert. Nach dem Unglück waren zwei junge Männer vermisst worden, ein 17-Jähriger wurde bereits tot geborgen.

Bisher haben die Hilfskräfte 3055 Tonnen Schutt von der Unglücksstelle abgetragen. Im schlimmsten Fall hatten sich die Hilfskräfte auf eine mehrwöchige Suche eingestellt. Sie begannen am Abend damit, die Unfallstelle für die beginnenden Bergungsarbeiten auszuleuchten.

Vater besuchte Unglücksstelle

Noch am Nachmittag hatte sich der Vater Khalils an der Unglücksstelle ein Bild von den Arbeiten gemacht. Nach Angaben der Stadt wollte er Kontakt zu den Eltern des zweiten bereits geborgenen Opfers aufnehmen, „weil sich in der gemeinsamen Trauer manches besser verarbeiten ließe“.

Khalil und der 17-jährige Bäckerlehrling hatten sich vermutlich in ihren Dachgeschosswohnungen in einem gemeinsam mit dem Stadtarchiv eingestürzten Haus aufgehalten. Die Leiche des Jugendlichen hatten die Hilfskräfte schon am Sonntag unter den Trümmern gefunden. Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs vergangenen Dienstag war vermutlich der U-Bahn-Bau.

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