Köhler verlangt einen Markt mit Regeln und Moral

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

„Auch im Vorfeld einer Bundestagswahl gibt es keine Beurlaubung von der Regierungsverantwortung“, betonte Köhler. Das bisherige Handeln der Regierung ist aus der Sicht Köhlers richtig: „Die eingeschlagene Richtung stimmt.“

Köhler hielt die traditionelle jährliche Grundsatzrede des Staatsoberhaupts in einer Kirche in Berlin-Mitte. Unter der Überschrift „Glaubwürdigkeit der Freiheit“ legte der Bundespräsident erstmals seine Position zur aktuellen Finanzkrise umfassend dar. Der Auftritt wurde mit besonderer Spannung erwartet, weil sich Köhler am 23. Mai für weitere fünf Amtsjahre zur Wiederwahl stellt. Hauptgegenkandidatin ist die Politologin Gesine Schwan von der SPD.

Köhler verurteilte die schrankenlose Freiheit der Finanzmärkte und verlangte einen Markt mit Regeln und Moral. „Jetzt erleben wir, dass es der Markt allein nicht richtet. Es braucht einen starken Staat, der dem Markt Regeln setzt und für ihre Durchsetzung sorgt.“ Die verunsicherten Bürger bräuchten mehr Information und Erklärung. Man dürfe sich nichts vormachen: „Die kommenden Monate werden sehr hart werden.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen