Josef Henselmann hat auch für den Film geschnitzt

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 Josef Alexander Henselmann führte in Laiz durch das Museum, das seinen Großeltern Josef und Marianne Henselmann gewidmet ist.
Josef Alexander Henselmann führte in Laiz durch das Museum, das seinen Großeltern Josef und Marianne Henselmann gewidmet ist. (Foto: Waltraud Wolf)
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Auf den Spuren von Josef Henselmann haben sich Kunstinteressierte am Samstag in Laiz befunden. Dorthin hatte die Altheimer Filiale der Volkshochschule Donau-Bussen zu einer Führung durch das Henselmann-Museum eingeladen. Das Besondere daran: Enkel Josef Alexander Henselmann schenkte Einblick in das Leben und Wirken seines Großvaters, in dessen Fußstapfen als Bildhauer er getreten ist.

Begegnen durften die Besucher aus Altheim, Daugendorf, Ertingen und Langenenslingen aber auch seiner Großmutter Marianne Henselmann und ihren schönen Bildern. Besondere Aufmerksamkeit galt einem Wiesenblumenstrauß, von dem Henselmann zu berichten wusste, dass Winfried Kretschmann – damals noch weit entfernt vom Amt des Ministerpräsidenten, jedoch mit dem Hintergrund des Biologie-Lehrers – jede einzelne Blume benennen konnte. Doch nicht nur Anekdoten vermittelte Henselmann den gespannt Zuhörenden. Er erläuterte auch den Aufbau von Bronzeskulpturen und die Kunst des Versilberns von Holzstatuen, wie für den Passauer Dom geschehen.

Selbstbildnisse waren zu erkennen, gemalte der Großmutter oder in Holz gehauene des Großvaters. Und Vertrautes war zu entdecken, so die Gipsfigur des Wendelinus-Brunnens von Waldhausen oder jene von Lila und Renato, die er 1931 während eines Stipendiums in der Villa Romano in Florenz modellierte und heute im Hof des Landratsamts in Biberach stehen, wie der kleine Esel.

Dass Josef Henselmann als 17-Jähriger im Ersten Weltkrieg von Granatsplittern an der rechten Hand verletzt wurde und er vor der Amputation floh und zum Glück einen jungen Arzt fand, der ihm half, wusste der Enkel, wie auch von seiner Entscheidung, weg von seinem Geburtsort Laiz nach München zum Studium zu gehen, seine Habseligkeiten in einer Schuhschachtel. Relativ früh habe er die ersten Aufträge erhalten. Auf einen wies der Enkel, der sich bald im Atelier seines Großvaters nützlich machte und heute selbst ein renommierter Künstler ist, besonders hin: einen Knabenkopf aus Holz. Den hat Josef Henselmann für den Film „Befreite Hände“ geschnitzt, in dem Brigitte Horney eine Schafhirtin spielt, die sich als Künstlerin emanzipiert.

Informationen gab es zudem zum Museumsgebäude selbst, das einst Armen- und Siechenhaus war und von Professor Lothar Henselmann umfassend saniert worden ist. Dieser Aufgabe stellte sich mit dem Marstall in Krauchenwies auch sein Sohn Josef Alexander Henselmann. Auch dorthin durfte ihn die Gruppe aus Altheim begleiten.

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