Johanniskraut als natürliche Hilfe gegen Depression

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Deutsche Presse-Agentur

Als pflanzlicher Stimmungsaufheller erfreuen sich Johanniskraut-Präparate vor allem in der dunklen Jahreszeit großer Beliebtheit. Das Kraut diente schon im Mittelalter gegen einige Krankheiten.

„Wissenschaftlich anerkannt ist die innerliche Anwendung bei psychovegetativen Störungen, depressiven Verstimmungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe“, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg. Das ahnten offenbar bereits die Menschen im Mittelalter: Schon damals sei es manchmal bei Melancholie und Besessenheit - womit auch Trübsinn und Depressionen gemeint waren - empfohlen worden.

Die Heilkunde nutzt das Kraut der Pflanze, das zur vollen Blüte gesammelt wird. „Johanniskraut erhöht möglicherweise unter anderem die Menge der Neurotransmitter“, sagt der Wissenschaftler. Diese Botenstoffe geben im Körper Nervenreize weiter. Das Kraut fördere und verstärke dadurch die Verwertung des Lichts und helle damit die Stimmung auf. Zuständig dafür ist laut Mayer vermutlich Hyperforin, der wichtigste Wirkstoff der Pflanze. Der rote Farbstoff Hypericin hemmt in Verbindung mit Licht Viren und wahrscheinlich auch andere Erreger. Das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend.

Johanniskrautöl wird auch Rotöl genannt. Äußerlich angewendet dient es Mayer zufolge der Nachbehandlung von scharfen und stumpfen Verletzungen, Verbrennungen ersten Grades sowie bei Muskelschmerzen. „Der ölige Auszug aus den Blüten des Johanniskrauts beruhigt die Haut, lindert Reizungen und kann Heilungsprozesse beschleunigen.“

Nicht angewendet werden darf Johanniskraut (Hyperici herba) zusammen mit Blutgerinnungshemmern. Außerdem sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. Hellhäutige Menschen reagieren eventuell mit einer erhöhter Lichtempfindlichkeit, warnt der Forscher.

Infos zur Klostermedizin: www.klostermedizin.de

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