Johannes Schelle ist der Baumhaus-Stararchitekt

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Schwäbische Zeitung

Johannes Schelle macht das, was jeder Junge schon einmal machen wollte: Er baut Baumhäuser. Der Münchner Architekt baut auch die Häuser fürs Rosenberger Baumhaushotel.

Von unserem Redakteur  David Oliver Betz

Angefangen hat der Architekt während seines Studiums. In den Semesterferien hat er sich einen Traum erfüllt und im Garten der Eltern zwischen einer Buche und Linde sein erstes Baumhaus gebaut. Das hat er dann fotografiert und ins Internet gestellt. „Dann ist erst einmal gar nichts passiert“, erinnert er sich. Doch ein Auftraggeber entdeckte die Seite und so baute Schelle sein erstes Baumhaus für andere. Mit dem Geld peppte er die Homepage auf. So wurden es immer mehr Aufträge und seit vier Jahren lebt er, unter dem Labe Baumbaron, vom Häusle bauen in den Wipfeln. Sogar vier Mitarbeiter musste er schon anstellen.

Momentan, so Schelle, gebe es einen richtigen Baumhaustrend. Gerade erst hat er seine Werkstatt in München vergrößert, damit er alle Kundenwünsche erfüllen kann. Und die reichen vom extravaganten Baumhaus für Privatleute bis eben zum Baumhaushotel in Rosenberg.

Dort wird er die größten Häuser bauen, die er bisher entworfen hat. Weil die die Waldbesitzer nicht möchten, dass die Bäume beschädigt werden, baut er die Häuser auf Stelzen und die Bodenplatte um die Bäume drumherum, so dass sie senkrecht durch die Baumhäuser und deren Terrassen verlaufen. So entsteh das unbezahlbare Baumgefühl, ohne die Bäume zu verletzen.

Auch für Hobbybaumhausbauer hat Schelle wichtige Tipps. „Der Baum sollte mindestens 30 Zentimeter im Durchmesser sein“, sagt er. Nur dann trägt er auch ein Haus. Je dicker, je besser. Am besten seien Eichen oder Buchen geeignet, am wenigsten Pappel und Birke. Von Nägeln rät Schelle ganz ab. „Besser sind Edelstahlschrauben. Und lieber eine richtig lange und dicke Schraube, als viele kleine“, so der Baumbaron. Denn so eine Verletzung stecke der Baum relativ gut weg. Außerdem sollte die Konstruktion nicht zu starr sein, denn wenn es windet und stürmt, dann muss das Baumhaus auch dem standhalten.

Form und Farben sind kaum Grenzen gesetzt. Auf Schelles Homepage finden sich mehrstöckige Baumhäuser, asymmetrische, welche für Kinder und viele für Erwachsene. Wer die sieht, der spielt in Gedanken bestimmt damit, sich in diesem Sommer selbst eines zu bauen.

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