Johanna - Köchin aus Leidenschaft

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Deutsche Presse-Agentur

Seit vielen Jahren funktioniert das Lebensrezept des eingespielten Ehe- und Gastronomenteams: Johanna (Anja Kruse) kümmert sich um die Gäste des Lokals in der Südsteiermark, Spitzenkoch Arnold (Hubertus Hohenlohe) sorgt für das kulinarische Angebot.

Doch dann verlässt Arnold seine Frau wegen einer jungen Kellnerin und die verwöhnte Kundschaft bleibt aus. Also muss ein neuer Koch her. Dass der auch noch andere Qualitäten hat, zeigt die ARD-Komödie „Johanna - Köchin aus Leidenschaft“ an diesem Freitag (20.15 Uhr).

Johanna hat eine gute Freundin: Heidi, gespielt von Jenny Jürgens, der Tochter des großen Udo. Die Schauspielerin ist sonst nicht so für die Hyperraffinesse der modisch-gehobenen Küche zu haben. „Im Flug gezeugte Wachteleier an Spinatschäumchen“, spottet sie schon mal über entsprechende Speisekarten-Einträge. Doch in diesem Film würde so was gar nicht so komisch wirken, denn es geht ganz ernsthaft um solche Finessen.

Als der Küchenchef und Ehemann verschwunden ist, muss Johanna selbst am Herd stehen, obwohl sie da nicht gerade Expertin ist. Gleich beim ersten Gastmahl flüchten die Gäste unter Drohungen: „Schicken Sie uns keine Rechnung! Es wäre schade ums Porto!“ Die Totalpleite droht. Nun ist Heidi gefragt. Die Freundin vermittelt eilends als Lehrmeister den Sternekoch Oliver Stromberg (Bernhard Bettermann), der auch in anderer Hinsicht Spitze ist. Nach vorübergehender Flucht nach Wien gelingt Johanna mit ihrem Gasthof ein strahlendes Comeback. Nun regiert die Haute Cuisine auch in der Südsteiermark.

Dort entstand nach einem Buch von Wolfram Winkler unter der Regie von Gloria Behrens diese Geschichte um die patente Johanna. „Ein wunderbarer Drehort mit nur einem Nachteil: Man durfte all die herrlichen Weine dort nicht trinken, weil man sonst nicht zur Arbeit gekommen wäre“, seufzt Schauspieler August Schmölzer. Als äußerlich ruppiger, aber herzensguter Bankmensch gehört er zum üppigen Männerschwarm rund um die schöne Kochdame.

Schmölzer, selbst begeisterter Koch und Verfasser eines „Erotischen Kochbuchs“, dessen Erlöse seiner Jugend- und Kinderschutzstiftung „Gustl 58 - Anleitung zur Herzensbildung“ zufließen: „Ich selbst habe es ja mehr mit den klaren, einfachen Sachen, brauche auf dem Lammbraten keine Karamellschicht.“ Aber der Frage, ob es nicht fast zynisch sei, sich in einer Welt voll Hunger und Elend über korrekt servierte Gänseleberpastete den Kopf zu zerbrechen, begegnet er mit toleranter Gelassenheit: „Ich bin Schauspieler und wenn ich wie kürzlich einen Bundeswehrfeldwebel darstelle, muss ich auch manches sagen, wozu ich als August Schmölzer nicht unbedingt stehe.“

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