Jetzt zieht der Materialmix in die Schuhmode ein

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Deutsche Presse-Agentur

Vom Scheitel bis zur Sohle bestimmt in dieser Saison der Materialmix die Mode. Nach Lederjacken mit Jeans-Applikationen oder Seidenblusen mit Baumwoll-Manschetten verwischen nun auch die Schuhe-Designer die Materialgrenzen.

Und neue Farben bringen sommerliche Frische in die Kollektionen. „Gegensätze bestimmen das Bild“, sagt Kirstin Deutelmoser, die Projektleiterin der internationalen Schuhmesse GDS in Düsseldorf. „Technische Materialien wie Mesh oder Nylon treffen auf natürliche Leder, und brillante, leuchtende Farben stehen dezenten Neutraltönen gegenüber.“ Hintergrund sei der Zeitgeist, der Natur und Technik zu vereinen suche. Auch das Deutsche Schuhinstitut (DSI) in Offenbach nennt den Materialmix als wichtigen Trend für diesen Sommer: „Hier gibt es alles: Lack, Leder, Stoff oder auch Blümchen-Prints“, sagt die DSI-Modeexpertin Helga Cevey.

Auch in der Form bestimmt die Vielfalt den neuen Look - ob flach oder hoch, spitz oder rund, offen oder geschlossen. „In diesem Sommer sind Block- und Keilabsätze ein Blickfang“, sagt Cevey. „Es gibt sie in Kork, Holz oder mit Leder bezogen.“ Auch Plateauabsätze aus unterschiedlichsten Materialien finden sich in den Schuhregalen. „Sehr sexy wirken Hochfront-Pumps und High-Heel-Sandaletten mit Plateau“, sagt Deutelmoser. „Häufig sind diese Modelle fersen- und zehenfrei.“

Als Trendhighlight hat das Schuhinstitut die „ultraflache Römer- oder Gladiatorensandale“ ausgemacht. Auch die Einkäufer der großen Handelsketten sehen diese Modelle als den Sommerschuh überhaupt. Der Grund ist der lässige Auftritt: „Sie sind casual und superbequem“, sagt zum Beispiel Katharina Martin von Deichmann in Essen. Sie sind mal mehr, mal weniger aufwendig dekoriert. „Die vielen Riemen bleiben oft schlicht, werden aber ab und an mit Nieten oder Schnallen verziert.“

Um die hohen Sandalen gekonnt in Szene zu setzen, sollten sie zum Rock oder einer kürzeren Hose kombiniert werden, rät die Styling-Beraterin Martina Hans aus Hamburg. „Wenn die Riemchen schmal sind, wirkt der Schuh leichter“, rät sie. Auch bei den flachen, sportlichen Schuhen tut sich etwas: Die seit Jahren im Sommer beliebten Ballerinas könnten in diesem Sommer Konkurrenz von den Mokassins bekommen. „Der ursprünglich indianische Fußschutz hat bis heute seine unverwechselbare Optik bewahrt“, sagt Martin. „Die modernen Varianten sind häufig aus Veloursleder und bisweilen verziert mit Schleifen, Perlen, Nieten, Plissierungen und Fransen.“

Farblich gibt es zwei Extreme: Einige Modelle - wie die Römersandalen - sind in gedeckten Naturtönen wie Beige, Braun oder Rost gehalten. Ballerinas, Mokassins, aber auch viele Pumps kommen dagegen häufig in knalligen Farben daher: „Rot, Grün, Gelb und all die beliebten Lila-Varianten sind wieder da“, sagt Michèle Leyendecker von der Schuhhandelskette Roland in Essen.

Bei den Herren zeigen sportliche Sneaker und Bootsschuhe mitunter Farbe, sagt Cevey. Und auch die Materialien bieten Abwechslung. „Für Eleganz sorgen schlanke Schnürer in Schwarz mit effektvollen Crinkle- und Used-Look-Optiken“, sagt Martin. Und auch die Sandale wurde einer Verjüngung unterzogen, sagt Leyendecker: „Die offenen Sandaletten gibt es nun auch mit Kreuzbandagen - das wird salonfähig.“

So schön zehenfreie Schuhe auch sind - zum Business-Outfit passen sie nicht. „Sandalen gehören dort grundsätzlich nicht hin“, sagt Styling-Beraterin Maria Hans aus Hamburg. Ein ähnlicher Fauxpas sei es, hautfarbene Strumpfhosen zu Sandalen zu tragen. Außerdem sollten Frauen ihre Fußnägel lackieren, wenn sie ihre Füße in luftigen Schuhen zeigen wollen.

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