Jetzt mit Halbjahreszeugnis um Lehrstelle bewerben

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Deutsche Presse-Agentur

Schüler bewerben sich am besten jetzt schon mit ihrem Halbjahreszeugnis für eine Lehrstelle im Herbst. „Je früher man sich auf die Suche macht, desto besser sind die Chancen“, sagte Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Es sei durchaus üblich, sich schon vor dem Abschluss mit dem Halbjahreszeugnis bei Firmen vorzustellen. „Das sagt ja schon einiges aus über die eigenen Fähigkeiten. Und wenn man sich erst mit dem Abschlusszeugnis bewirbt, ist das zu spät.“

Gerade in Zeiten der Krise sei es wichtig, frühzeitig aktiv zu werden und bei Ausbildungsbetrieben anzuklopfen. Denn die wirtschaftliche Unsicherheit wirke sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus. „Jetzt fragen sich viele Arbeitgeber natürlich: Kann ich mir Ausbildung noch leisten?“, sagte Mirtschin. Andererseits wollten die Firmen sich aber auch für den drohenden Fachkräftemangel rüsten. „Unternehmer müssen ja auch schon an die Zeit nach der Krise denken.“ Daher seien die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt längst nicht so düster wie sie derzeit zuweilen auf dem Arbeitsmarkt erscheinen.

Für das Jahr 2008 zogen die Partner des sogenannten Ausbildungspaktes am Montag (2.2.) in Berlin sogar eine positive Bilanz. Zwar sank die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr um 9600 auf 616 300. Es seien aber 86 500 neue Ausbildungsplätze geschaffen worden - damit wurde die Zusage übertroffen, jährlich 60 000 neue Lehrstellen zu schaffen. Auch habe sich die Zahl der bis zum 30. September 2008 leer ausgegangenen Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert: Sie sank den Angaben zufolge von 29 100 auf 14 500.

Der Ausbildungsmarkt werde außerdem durch rückläufige Schulabgängerzahlen entlastet, sagte Mirtschin. So wird es 2009 voraussichtlich rund vier Prozent weniger Schulabgänger geben als 2008 - im Rennen um die Ausbildungsplätze wird es also etwas weniger eng.

Wichtig sei aber, dass Bewerber sich auf der Lehrstellensuche flexibel zeigen, riet Mirtschin. „Man darf sich nicht nur auf den einen Wunschberuf festlegen. Viele wollen zum Beispiel Automechaniker werden und denken nicht daran, dass es auch ganz ähnliche Berufe gibt.“ Auch bei der Ortswahl könne es sich lohnen, über den eigenen Tellerrand zu schauen und einen Umzug für eine Lehrstelle in Erwägung zu ziehen. Am Geld müsse das nicht unbedingt scheitern - für eine eigene Wohnung oder ein Zimmer außerhalb des Elternhauses lässt sich eine Beihilfe zur Ausbildung beantragen. „Allerdings ist so ein Ortswechsel natürlich ein starker Einschnitt. Da muss man sich schon überlegen, ob man als junger Mensch dafür bereit ist.“

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