„Jeder Bürger darf sich wiederfinden auf dieser Liste“

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Sie wollen mit 50 weiteren Bewerbern das CSU-Ergebnis von 2008 toppen: (vorn von links) Eberhard Rotter, Katrin Novy-Rankl, Ulri (Foto: Evi Eck-Gedler)
Schwäbische Zeitung

Sie gehen mit einer geballten Portion Optimismus in den Wahlkampf: 60 Frauen und Männer wollen die CSU nach der Kommunalwahl 2014 wieder zu stärksten Fraktion im Kreistag machen. Angeführt vom Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter und dem Lindauer Bürgermeister Karl Schober, stehen für die von den CSU-Delegierten am Donnerstag in Weiler nominierten Kandidaten vor allem die Themen Bildung und Schuldenabbau im Mittelpunkt.

Fraktionssprecher Anton Wolf erinnerte in seiner Bilanz „sechs guter Jahre“ an die Ausgangsposition 2008: Die CSU habe sich damals vorgenommen, Schulen und Turnhallen zu sanieren, das Kreisstraßennetz und den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu verbessern und vor allem die fast 40 Millionen Euro Schulden abzubauen: „Das waren unsere Leitlinien im letzten Wahlkampf.“

Und die habe die CSU auch „überzeugend umgesetzt“, so Wolf: Der Landkreis investierte Millionen in die Sanierung seiner Schulen, baute zwei neue Turnhallen, renoviert gerade jene des Bodensee-Gymnasiums. Als große Herausforderung für die nächste Legislaturperiode des Kreistags sieht der CSU-Sprecher „den dringend notwendigen Neubau des Schülerheims“ für die Berufsschule.

„Mit Hilfe der Gemeinden“, was Anton Wolf in seiner Bilanz sehr wichtig war, habe der Kreis immerhin ein Drittel seines Schuldenbergs von 2008 zurückgezahlt – am Jahresende steht der Kreis nur noch mit 25 Millionen Euro in der Kreide. Wie wichtig den alten und künftigen Kreisräten der weitere Schuldenabbau ist, verdeutlichte Gerhard Olexiuk in seiner Vorstellung: Als Bürgermeister von Oberreute verwies er darauf, dass seine Gemeinde schuldenfrei ist – „und ich würde gerne so lange im Kreistag bleiben, bis auch der Landkreis das erreicht hat“.

Ein dicker Wermutstropfen für die Christsozialen ist allerdings, dass ihr Fraktionssprecher aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antritt. Anton Wolf hatte vor sechs Jahren mit 22940 Stimmen immerhin die zweithöchste Stimmenzahl aller Kreistagskandidaten erreicht. Aus Altersgründen hört zudem die stellvertretende Landrätin Doris Scheuerl auf, die auch immerhin über 15000 Stimmen erhalten hatte.

In der zuletzt 24-köpfigen Kreistagsfraktion wird sich auch sonst ab Mai nächsten Jahres einiges ändern. Denn neben Scheuerl und Wolf scheiden mit Stefan Büchele, Wolfgang Dietlein, Otto Rogg, Paul Straub und Daniela Wurm fünf weitere CSU-Kreisräte aus dem Kreistag aus. Sie alle hatten 2008 immerhin ein Fünftel aller CSU-Stimmen erhalten.

Listenführer Eberhard Rotter und Landrat Elmar Stegmann sehen die CSU trotzdem gut aufgestellt: „Jeder Bürger darf sich wiederfinden auf dieser Liste“, ist Stegmann – vor zwei Wochen einstimmig wieder zum CSU-Kandidaten für den Landratsposten nominiert – angesichts der 60 Kandidaten überzeugt. Rotter verwies darauf, dass 13 Frauen und sieben Mitglieder der Jungen Union unter den Kandidaten sind, dass fast alle Gemeinden, Märkte und Städte auf der Liste repräsentiert sind – nur in Maierhöfen habe niemand für die CSU antreten wollen.

Allein 16 Bewerber aus Lindau

Auch auf absolutes Gleichgewicht zwischen Westallgäu und Bodensee hat der CSU-Kreisvorstand Wert gelegt: Jeweils 30 Bewerber kommen aus dem so genannten oberen und unteren Landkreis. Dabei wohnen allein 16 der Kandidaten in der Stadt Lindau, sieben weitere in den drei Seegemeinden Bodolz, Nonnenhorn und Wasserburg.

So sehen sich alle in der CSU gut gerüstet für die Wahl am 16. März nächsten Jahres, was Stegmann zusammenfasste mit den Worten: „Ich freue mich auf den gemeinsamen Wahlkampf.“

Diese 60 Frauen und Männer wollen für die CSU in den Kreistag einziehen:

Eberhard Rotter (Weiler-Simmerberg), Karl Schober (Lindau), Ulrich Pfanner (Scheidegg); Daniele Kraft (Lindau), Dieter Wurm (Lindenberg), Mathias Hotz (Lindau), Kathrin Novy-Rankl (Weiler-Simmerberg), Sabine Schmid (Wasserburg), Hermann Kreitmeir (Lindau), Thomas Goebel (Lindenberg), Klaus Adams (Bodolz), Walter Matzner (Sigmarszell), Margarete Mader (Röthenbach), Rudi Janisch (Heimenkirch), Johannes Buhmann (Gestratz), Andreas Stiefenhofer (Lindau), Matthias Bentz (Weißensberg), Rainer Krauß (Lindau), Frank Reisinger (Lindenberg), Bruno Bernhard (Weiler-Simmerberg), Gerhard Olexiuk (Oberreute), Uwe Giebl (Hergatz), Markus Eugler (Grünenbach), Hannelore Pontes (Lindau), Oskar Bihler (Hergensweiler), Christian Heiling (Weißensberg), Christian Knaus (Sigmarszell), Michael Hornstein (Nonnenhorn), Elmar Karg (Hergatz), Markus Holderried (Lindenberg), Roland Freiberg (Lindau), Alexander Fundele (Wasserburg), Angelika Leuze (Weiler-Simmerberg), Gebhard Straub (Opfenbach), Andreas Feneberg (Heimenkirch), Rainer Jörger (Stiefenhofen), Ernst Ammann (Lindau), Georg Schmid (Scheidegg), Heinrich Kretz (Oberreute), Christian Straschek (Lindenberg), Paul Breyer (Sigmarszell), August Krenkel (Bodolz), Maximilian Schnell (Nonnenhorn), Stella Zuber (Oberreute), Wilhelm Böhm (Lindau), Thomas Zander (Scheidegg), Monika Seltmann (Weiler-Simmerberg), Claus Rees (Lindau), Anton Wiedemann (Lindenberg), Josef Herrmann (Heimenkirch), Stephanie Rummel (Lindau), Sylvia Schilling (Lindau), Ralf Graeber (Wasserburg), Daniel Kowollik (Lindau), Heike Wille (Sigmarszell), Hannelore Windhaber (Lindenberg), Julian Vogel (Lindau), Renate Wiedemann (Scheidegg), Andreas Pawle (Röthenbach) und Heinrich Rahn (Lindau).

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