Jede Gemeinde muss jetzt ran

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Schwäbische Zeitung

Wo waren am Donnerstag eigentlich die 25 Bürgermeister des Kreises? Die sollten die Ergebnisse der Veranstaltung zum Mobilitätskonzept nämlich am meisten interessieren. Nur eine Hand voll Gemeindeoberhäupter war ins Landratsamt gekommen.

Jeder Bürgermeister, jeder Verein, aber auch jeder Bürger kann sich die Ergebnisse und Entwicklungen zunutze machen und Ideen ergänzen. Dabei muss es aber einen Koordinator geben, der die Fäden in der Hand behält. Dass dies nicht das Landratsamt allein sein kann, ist klar.

Das Projekt, so die Verantwortlichen, kann nur erfolgreich fortgeführt werden, wenn jede einzelne Gemeinde die Instrumente für sich nutzt, die ihr an die Hand gegeben wurden. Denn jeder Ort steht vor individuellen Herausforderungen. So kann es sein, dass die eine Gemeinde zwar über eine ordentliche Infrastruktur verfügt – sich aber um die Ansiedlung von Firmen, Ärzten oder Vor-Ort-Versorgern bemühen muss. Apropos: Junge Ärzte siedeln sich dort an, wo sich auch andere jungen Leute ansiedeln, nämlich dort, wo sie gut und gerne leben können und angenehme Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden. Eine Gemeinde muss also auf vielen Feldern attraktiv sein und dafür muss gegebenenfalls Geld in die Hand genommen werden. Natürlich könnte man jetzt eine Lanze für die Bürgermeister brechen und sagen: Die wissen doch längst, wo es brennt. Aber um alle Ergebnisse gesammelt zu betrachten, sie ins Verhältnis zueinander zu setzen und voneinander zu profitieren, dafür müssen die Gemeinden und das Landratsamt in regem Austausch stehen. Die Kreisbewohner profitieren nur von einer globalen Betrachtung der Probleme, Gemeindegrenzen müssen dafür aufgelöst werden. Wem nützt es, wenn ein Partybus nur bis zum Ortsschild fährt? Die Anstöße von Modavo haben Potenzial – leben aber von der Anwendung in der Praxis.

Modavo ist ein Kompass. Benutzen müssen ihn diejenigen, die sich auf den Weg machen wollen.

a.buchmaier@schwaebische.de

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