Jazz-Crossover von Joo Kraus - Ein Gute-Laune-Garant

Joo Kraus
Ein Stimmungsaufheller in finsteren Zeiten: „We Are Doing Well“ von Joo Kraus. (Foto: Rob Stirner / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Werner Herpell

Wer zu Beginn des zweiten Corona-Jahres ein neues Album „We Are Doing Well“ nennt (also: Uns geht's gut) - der hat schonmal aus Prinzip einen Pluspunkt gewonnen. Und wenn dann die Musik so unverschämt gute Laune im Lockdown macht wie die von Joo Kraus, dann schon gleich zwei.

Der inzwischen 54 Jahre alte Jazz-Trompeter, Sänger und Komponist ist auf diesem - in einem bewährten Quartett eingespielten - Werk so locker drauf, dass er in „Elvis In Paris“ plötzlich sogar zu pfeifen und zu johlen beginnt. In einem anderen Track fragt er „How's My Hair?“ - auch diese in Zeiten coronabedingt zugesperrter Friseursalons existenzielle Frage wird positiv beantwortet. Später gibt's einen Remix des Titelstücks von „We Are Doing Well“ (o-tone music/Edel Kultur) - längst ist die Stimmung des Hörers erheblich nach oben geklettert.

Kraus ist ein bewährter Gute-Laune-Garant im Grenzbereich von Jazz, Funk, Rock, Worldmusic und Pop. Seine Platten - ob mit Helmut Hattler im Duo Tab Two und in der Band Kraan, solo oder in diversen Kollaborationen - glänzten auch früher schon mit tollen Grooves. Sein neues, meist sehr tanzbares Album kommt nun aber wohl gerade angesichts der allgegenwärtigen Tristesse und geschlossener Clubs gerade recht.

Vier Jahre ist es her, seit der gebürtige Ulmer, der sogar schon für den Grammy nominiert war (2003 für sein erstes Soloalbum in Zusammenarbeit mit der SWR Big Band), den Vorgänger „JooJazz“ vorlegte. Dass er mit Stil-Grenzen und Crossover-Mahnungen so gar nichts mehr am Hut hatte, konnte man damals deutlich hören. Auf „We Are Doing Well“, das mit dem von Fola Dada wunderbar weich gesungenen „Love“ auch eine melancholische Ballade enthält, lässt Kraus nun erneut jedes Schubladendenken hinter sich.

„Die Songs sind diesmal noch freier geworden, weil wir uns noch weniger drum scheren, ob das in irgendeinem Radio gespielt wird oder sonst in kein Format passt“, sagt der gut 30 Jahren aktive und beliebte Musiker, der mit 19 den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann. „Wir“, das sind Kraus und seine Mitmusiker seit 16 Jahren: Schlagzeuger Torsten Krill (auch Produktion, Recording, Mixing und Mastering), Kontrabassist Veit Hübner und Pianist Ralf Schmid. Am Ende des Albums stellt Kraus die Band fingerschnippend-swingend vor - sehr cool!

„Willkommen in Jootopia“, jubelt die Label-PR. Wer etwas für sein seelisches Wohlbefinden nach einem miesen Pandemie-Winter tun will, könnte Schlechteres tun, als die Einladung anzunehmen. Nach bisher vorliegenden (optimistischen) Terminen soll es im Frühjahr sogar eine in der Heimat (Lörrach) beginnende Tournee geben.

© dpa-infocom, dpa:210222-99-548511/5

Website Joo Kraus

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Schriftzug Polizei

Zeugen gesucht: Männer entreißen Leine und werfen Hund in Fluss

Die Polizei sucht nach zwei jungen Männern, die in Kenzingen (Kreis Emmendingen) einen Hund in einen Fluss geworfen haben sollen. Der Hund sei rund 40 bis 80 Meter abgetrieben worden, habe aber leicht verletzt und mit einer leichten Unterkühlung von der Feuerwehr gerettet werden können, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein Tierschutzverein hat nun eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Nach einem Zeugenaufruf hätten sich bereits einige Menschen gemeldet, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Ab Maerz soll es kostenlose Schnelltests fuer alle Buerger geben

Baden-Württemberg verschärft Quarantäne-Regeln drastisch

Die baden-württembergische Landesregierung verschärft die Quarantäne-Regeln und reagiert damit auf die sich weiter ausbreitenden Virus-Mutationen, vor allem die britische Variante B1.1.7.

In der "Lenkungsgruppe SARS-Cov-2" wurde beschlossen, die zuletzt geltenden Quarantäne-Regeln signifikant zu verschärfen.

14 statt zehn Tage Quarantäne Bislang mussten Personen, die in direktem Kontakt zu einer infizierten Person standen und sich dabei einem sehr hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt hatten (Kategorie 1) für zehn Tage in ...

Nach Tötungsdelikt an einem 13-Jährigen

13-Jähriger ermordet, 14-Jähriger in Haft: Neue Details zur Bluttat in Sinsheim

Nach dem gewaltsamen Tod eines 13-Jährigen in Sinsheim bei Heidelberg wird ein wegen eines früheren Messerangriffs polizeibekannter 14-Jähriger verdächtigt. Er sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache des Jungen klären.

Der 13-Jährige ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler aus Eifersucht umgebracht worden. Die Ermittlungen zum Motiv liefen aber weiter, sagte Siegfried Kollmar von der Kriminalpolizei Mannheim am Donnerstag.