Jahrelange Verluste muss Finanzamt nicht anerkennen

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Deutsche Presse-Agentur

Wenn jemand dauerhaft an einem verlustbringenden Geschäftskonzept festhält, kann das Finanzamt davon ausgehen, dass der Inhaber keine Gewinne erzielen will.

In einem solchen Fall darf das Finanzamt auch annehmen, dass der Inhaber sein Geschäft nur aus steuerlichen Gründen betreibe. Dies geht aus einem Urteil des Hessischen Finanzgerichts in Kassel hervor (Az.: 2 K 141/08).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage der Inhaberin einer Pension ab. Die Klägerin hatte mit ihrem Betrieb jahrelang Verluste erwirtschaftet. Das Finanzamt weigerte sich daher, die Verluste weiterhin steuerlich anzuerkennen. Die Klägerin habe die Verluste billigend in Kauf genommen, um sie steuerlich mit anderen Einkommen verrechnen zu können.

Das Finanzgericht teilte die Auffassung der Behörde. Die Verluste im Betrieb der Klägerin seien beispielsweise durch Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen entstanden. Diese Maßnahmen hätte die Klägerin auch bei rein privater Nutzung des Gebäudes vornehmen müssen. Daher spreche viel dafür, dass sie allein aus steuerlichen Gründen und nicht wegen zu erwartender Gewinne die Pension weiter betreibe.

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