"Isar-Leiche": Mutmaßlicher Mörder gefasst

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Deutsche Presse-Agentur

Er war mit dem Auto des Opfers unterwegs und versuchte bei der Polizeikontrolle, sich mit dessen Dokumenten auszuweisen. Der 35 Jahre alte Handelsvertreter war wahrscheinlich in seiner Wohnung im Münchner Stadtteil Sendling getötet und dann zerstückelt worden.

Seine abgetrennten Arme wurden am vergangenen Freitag in der Isar entdeckt, der Rumpf wurde in Tschechien gefunden. Der mutmaßliche Mörder habe bei seiner ersten Vernehmung angegeben, er habe den Kopf in den Inn geworfen, sagte der stellvertretende Leiter der Mordkommission, Richard Thiess. Die Beine sollen sich nach Aussagen des Mannes in dem Gebiet bei Furth im Wald befinden, in dem bereits der Rumpf gefunden wurde. Derzeit werde nach den Körperteilen gesucht. Der genaue Hergang des Verbrechens ist noch unklar. Der 39- Jährige, der bis zum vergangenen Sommer in Altötting gelebt hatte und dann in den Raum Wien gezogen war, werde dort derzeit vernommen.

Die Staatsanwaltschaft geht zunächst davon aus, dass der mutmaßliche Täter aus Habgier handelte. Dafür spreche, dass der 39- Jährige - der bei der Polizei zuvor lediglich wegen eines kleineren Betrugs und eines Ladendiebstahl aktenkundig war - das Auto und die Kreditkarte des Opfers benutzte, sagte Staatsanwalt Florian Schlosser. Auf die Spur kamen die Ermittler dem Mann, als er mit dem Auto tankte und dann mit der Karte zahlte. „An der Tankstelle konnten Videoaufnahmen gesichert werden, auf denen nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Person, die das Fahrzeug fuhr, zu sehen ist“, sagte Thiess. Ein Zeuge habe den Mann erkannt. Bei der Kontrolle an der österreichisch-ungarischen Grenze hätten die Beamten dann den zur Sicherstellung ausgeschriebenen Wagen gestoppt und kontrolliert.

Der mutmaßliche Täter und sein Opfer hatten sich vor einigen Jahren bei der Arbeit als Köche in einer Gaststätte kennengelernt. Es habe jedoch kein enger Kontakt bestanden. Für eine homosexuelle Verbindung gebe es keinerlei Hinweise. Das Opfer soll in einschlägigen Internet-Foren unterwegs gewesen sein, bei dem mutmaßlichen Täter ist laut Polizei über eine Neigung zu Männern nichts bekannt.

Ein Auslieferungsverfahren sei eingeleitet. Je nachdem, ob der Beschuldigte mit einem vereinfachten Verfahren einverstanden ist, könne er bereits in ein oder zwei Tagen in Deutschland sein, andernfalls dauere es länger, sagte Staatsanwalt Schlosser.

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