In Familienunternehmen Nachfolge rechtzeitig regeln

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Deutsche Presse-Agentur

Mehr als ein Viertel aller Familienunternehmen wird aus unvorhergesehenen Gründen an den Nachfolger übertragen. Das kann Krankheit, ein Unfall oder auch der Tod es Eigentümers sein. Viele Unternehmer unterschätzten solche Risiken.

Sie sollten sich deshalb um eine rechtzeitige Nachfolgeplanung bemühen, rät der Informationsdienst Notar und Recht, der unter anderem von der Rheinischen Notarkammer in Köln herausgeben wird. Jährlich werden nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn mehr als 70 000 Familienunternehmen übertragen.

Grundsätzlich sollte dabei zunächst entschieden werden, ob der Unternehmer seinen Betrieb noch zu Lebzeiten übertragen will. Dafür sprechen eine Reihe von Gründen. So kann der Eigentümer sich dann Mitspracherechte vorbehalten und die Verantwortung schrittweise an seinen Nachfolger übergeben. Er kann ihn zum Beispiel beraten und zwischen dem Nachfolger und Mitgesellschaftern vermitteln, so die Experten der Notarkammer.

Auch aus steuerlich Hinsicht kann diese Variante Vorteile haben: Zwar haben sich die Rahmenbedingungen für die Übertragung von Betriebsvermögen Anfang 2009 geändert. Dennoch bleibt es weiterhin möglich, die persönlichen Steuerfreibeträge bei Schenkungen alle zehn Jahre auszunutzen. Wenn der Nachfolger das Unternehmen sieben beziehungsweise zehn Jahre lang weiterführt, kann die Übertragung von Betriebsvermögen nach dem neuen Erbschaftssteuer- und Schenkungsgesetz teilweise oder sogar ganz von der Steuer ausgenommen werden.

Aber auch wer eine Übertragung zu Lebzeiten plant, sollte Vorsorge für den Fall der Fälle treffen, raten die Rechtsexperten. Sinnvoll sei, so früh wie möglich zu überlegen, wie es mit dem Betrieb weitergeht, falls der Unternehmer erkrankt, stirbt oder zum Beispiel geschieden wird. Neben einem Ehevertrag und einer Vorsorgevollmacht sei vor allem ein Testament oder ein Erbvertrag ratsam. Fehlt beides, gilt im Todesfall die gesetzliche Erbfolge - die zwar im Sinn des Unternehmers sein kann, aber eben nicht muss.

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