Im PopCamp erklingt vielfältige Musik

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Im PopCamp erklingt vielfältige Musik
Im PopCamp erklingt vielfältige Musik
Schwäbische Zeitung

Von Cornelia Addicks

Tuttlingen - Flott und vielfältig: Die fünf Bands des diesjährigen PopCamps haben sich am Montagabend dem Rittergarten-Publikum präsentiert. Der unter dem Motto „Vielfalt statt Mainstream“ stehende „Meisterkurs für Populäre Musik“ findet diese Woche in der Trossinger Bundesakademie statt.

Coucou nennt sich das Trio aus Dresden, das den Anfang des über dreistündigen Konzerts machte. Zwei Studentinnen im Fach Jazzgesang, Jessica Struch und Meryem Kilic, taten sich im März 2009 zusammen. Als dann die kompetente Gitarristin Stefanie Narr dazustieß, folgten Auftritte und eine Aufnahme-Session mit eigenen Kompositionen. Poetisch, schlicht und gerade deshalb faszinierend waren die Songs wie „Sweet is the rain“ und „All is full of life“. Dass „Long is my love“ von den Mädels aber mit „richtig kitschig“ angekündigt wurde, befremdete etwas. Doch Bühnenpräsenz und Publikumskontakt gehören zu den Themen, die in der intensiven Arbeitswoche trainiert werden. Elf namhafte Dozenten kamen dafür nach Trossingen.

„Es kommt, wie es kommt“, ist das Motto des Sängers und Gitarristen Fabian von Wegen aus Osnabrück. Er wurde als postmoderner Troubadour angekündigt. In welcher Sprache er sang, war nicht leicht zu hören, zu dicht klebten die Lippen des 24-Jährigen am Mikrofon. Erst als Worte wie „... ich Idiot...“ und „ich weiß nicht genau, wo ich hin will...“ erklangen, war klar: Er sang auf Deutsch. Bemerkenswert war der Musizierstil von Christian Plinke am Kontrabass, der zusammen mit Drummer Jan David und Keyboarder Sebastian Wrodarczak die Band bildete.

Das Piano im Rittergarten, das seit Jahren, abgedeckt, ein Dasein als Ablage fristete, kam beim Auftritt der Berliner Defne Sahin Group in Aktion: Der Österreicher Elias Stemeseder, mit 33 Jahren der Senior unter den 21 Teilnehmern am diesjährigen PopCamp, begleitete die aparte Stimme der Berlinerin türkischer Herkunft. Ihre Lieder sind vertonte Poesie des Regimekritikers Nazim Hikmet. Der Drummer ihrer Gruppe, Martin Krümmling, dürfte der innovativste und sicherste des Abends gewesen sein. Wunderbarer Jazz, der sich aber nicht immer gegen die lauten Gespräche im anderen teil des Rittergartens durchsetzen konnte.

Mit dem Durchsetzen hatte die fünfköpfige Indie-Band Lokomotor aus dem fränkischen Hof kein Problem. Heiße, schweißtreibende Gitarrenriffs, von Daniel Lang in Kniehöhe gespielt, dazu die Stimme der behüteten Rebekka Knoblich bei den deutschsprachigen Liedern sorgten für temperamentvolle Stimmung.

Eine recht lange Umbauphase nahmen die fünf Mannheimer von Astronaut‘s Eye in Anspruch. Im Stil des Indie-Electro-Pop behaupteten sie lautstark „I fall“ und ließen den „Satellite“ kreisen.

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