Malawi hat es Dominik Schlegel angetan. Sein Studienprojekt möchte er dort umsetzen.
Malawi hat es Dominik Schlegel angetan. Sein Studienprojekt möchte er dort umsetzen. (Foto: privat)
Tobias Göttling

Der Anlagemechaniker Dominik Schlegel aus Albstadt hat nach seinem Abschluss an der Realschule und seiner Ausbildung seine Zuneigung für Malawi entdeckt: Er nutzte die Gelegenheit, dort einen Missionar zu besuchen, die Kultur des Landes kennenzulernen und bei vielen praktischen Tätigkeiten mitzuhelfen. So kam Schlegel zum ersten Mal in Kontakt mit dem Binnenstaat in Südostafrika, der neben viel Hochgebirgslandschaften auch für einen traumhaften See mit Stränden sowie mit dem Malawisee-Nationalpark für eine besonders artenreiche Tierwelt bekannt ist – all das ließ ihn nicht los, sodass er auch jetzt wieder ein Projekt in Malawi angeht.

Der junge Christ mit Wurzeln in der evangelisch-methodistischen Kirche in Albstadt ist fasziniert von Malawi und den Menschen dort: „Schon seit meinem ersten Besuch in Malawi begeistert mich das Land und die große Freundlichkeit der Menschen. Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, wie viel Hilfe noch nötig ist in einem der ärmsten Länder der Welt.“ Er habe Menschen kennengelernt, die von etwa 40 Euro im Monat leben und nur Maisbrei aus eigenem Anbau zum Essen haben. „Ist die Ernte schlecht, hungern viele Menschen, da sie oftmals kein anderes wirtschaftliches Standbein außer der Feldarbeit haben.“

Nach seinem ersten Besuch in dem afrikanischen Staat ging es für ihn erst einmal weiter mit der Fachhochschulreife in Balingen. Im Anschluss begann er ein Studium der Theologie und Kultur an der Interkulturellen Theologischen Akademie in Bad Liebenzell, die mit vielen Projekten weltweit kooperiert und forscht. Um sein Studium ganz abzuschließen, fehlt ihm nun nur noch ein praktisches Projekt, welches er – wenig überraschend – in Malawi machen möchte. Dazu führt Schlegels Reise ab dem 24. September diesmal in die kleine Stadt Zalewa zu einer christlichen Organisation, die sich besonders stark für die Schulbildung besonders bedürftiger Kinder einsetzt. Sie könnten sich ohne Hilfe keinen Unterricht leisten. Die Organisation möchte Menschen einen Start in das Berufsleben ermöglichen und ihnen die Chance geben, sich neben der Feldarbeit ein zweites Standbein aufzubauen.

„In meinem praktischen Projekt werde ich versuchen herauszufinden, für wie sinnvoll die Menschen in Malawi die deutsche Hilfe erachten und was in dem Projekt noch verbessert werden kann“, so der junge Student. Seine Hauptaufgabe werde aber sein, die Dokumentation und Organisation des Baus einer Grundschule umzusetzen. Bisher befinden sich auf dem Gelände lediglich eine weiterführende Schule, eine Lehrwerkstatt und eine Kirche. Schlegel erzählt weiter: „Durch eine staatliche Bezuschussung wird neben der weiterführenden Schule nun noch eine Grundschule gebaut. Später sollen auch hier primär Kinder herkommen, die zu wenig Geld für eine staatliche Schule haben.“ Dazu gebe es ein Bewerbungssystem, das das Einkommen der Eltern und die Lebensverhältnisse genauer betrachte, erläutert Schlegel.

Daneben wird er für die Planung einer Wasserversorgung vom nahe gelegenen Fluss zuständig sein. Das Wasser soll zum Gießen und als Nutzwasser für Toiletten oder zum Spülen verwendet werden. Außerdem wird er mit dem Pastor und Sozialarbeiter zusammenarbeiten und sich im wöchentlichen Gottesdienst einbringen. „Doch hier gilt es erst einmal, in die Kultur hineinzukommen und die Menschen zu verstehen, wie sie ihr Christsein leben.“

Die Kultur in Malawi sei sehr verschieden im Vergleich zu den Gewohnheiten in Deutschland, ist Schlegels Eindruck: „Hier spielt Gemeinschaft eine viel größere Rolle als in Deutschland. Nachbarn und Verwandte teilen fast alles miteinander.“ Das habe allerdings auch den Nachteil, dass es schwer sei, sich etwas anzusparen. Die wirkliche Währung unter der ärmeren Bevölkerung bestünde nicht aus Scheinen oder Münzen, sondern aus Beziehungen: „Geld kann einem genommen werden, Wohlstand wird sofort mit der Familie geteilt, aber gute Momente und echte Freundschaft können nicht weggenommen werden.“

Vorerst wird der junge Christ für fast ein Jahr in Malawi sein. „Dabei begeistert mich besonders das Potenzial, meine Fähigkeiten im technischen Bereich sowie im interkulturellen Verständnis einzubringen und das Leben von Menschen konkret zu verbessern.“ Doch kann er es sich nach eigenen Angaben gut vorstellen, für längere Zeit in diesem Land zu leben und zu arbeiten. Vielleicht sogar für immer? Schlegel überlegt sich das noch und zeigt sich offen dafür abzuwarten, was die Zukunft mit sich bringt – und wohin ihn Gott führt.

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