Illegales Autorennen: Unfall als fahrlässige Tötung

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Teilnehmer von illegalen Autorennen können sich bei einem Unfall der fahrlässigen Tötung schuldig machen. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hervor (Az: 4 StR 328/08).

Darauf weist das Institut für Wirtschaftspublizistik in Würzburg hin. Die Bundesrichter unterstützten den Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Landgerichts Konstanz. Die Kammer hatte die Fahrer eines Rennens, bei dem ein Beifahrer ums Leben gekommen war, zuvor nur wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt.

In dem Fall hatten zwei Fahrer im Laufe eines illegalen Rennens auf einer zweispurigen Bundesstraße einen dritten Wagen überholt. Dabei verlor einer der beiden Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Wagen überschlug sich mehrmals und prallte gegen ein Straßenschild sowie die Leitplanke. Der Beifahrer im verunglückten Wagen erlag am selben Tag seinen Verletzungen.

Nach Ansicht des Gerichts verletzten dabei beide Fahrer ihre Pflichten als Fahrzeugführer. Sie hätten fahrlässig gehandelt, da der Unfall leicht vermeidbar gewesen sei. Die Fahrer hätten den vor ihnen fahrenden Wagen rechtzeitig gesehen. Es wäre ihnen daher problemlos möglich gewesen, noch abzubremsen und den Überholvorgang abzubrechen. Die hohe Wahrscheinlichkeit eines schweren Verkehrsunfalls sei bei einem Fortsetzen des Überholvorgangs vorhersehbar gewesen.

Entscheidend für das Urteil war die Unterscheidung zwischen der Selbstgefährdung als Beifahrer und der Fremdgefährdung durch den Fahrer. Das Gericht entschied, dass es sich bei dem Unfall um einen Fall der Fremdgefährdung gehandelt habe: Die beiden Angeklagten hatten nach Einschätzung der Richter zu jeder Zeit die alleinige Herrschaft über den Geschehensverlauf. Daher handle es sich in dem Fall um eine fahrlässige Tötung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen