Idylle mit Exotik: Wiesen und Tempel in Nordthailand

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Deutsche Presse-Agentur

Es muss ein Elefant mit Weitblick gewesen sein, der den Standort des Doi-Suthep-Tempels bestimmte. Die Legende geht so: König Kuna wollte einen Tempel für ein Relikt des Buddhas bauen. 

Er packte das kostbare Stück in ein weißes Taschentuch, band es auf einen weißen Elefanten und ließ ihn laufen. Wo der Elefant stehen blieb, sollte der Tempel entstehen. Der Dickhäuter lief und lief den Berg Suthep bei Chiang Mai hinauf und ruhte erst auf 1022 Metern Höhe. Dort entstand 1388 der Doi-Suthep-Tempel. So verhalf der Elefant der Königsstadt im Norden Thailands zu einem Tempel in einzigartiger Lage. 

Thailands Norden ist gebirgiger, kühler und verlangt mehr Einsatz, um die Schätze zu entdecken als der Süden - zum Beispiel geht es 300 Stufen hinauf zum Doi-Suthep-Tempel. Dafür bietet die Tempelanlage eine beeindruckende Kupferstupa mit einem fünflagigen goldenen Schirm darüber und viele Elefantenskulpturen. „Wer nicht in Doi Suthep war, war nicht in Chiang Mai“, sagen die Einwohner. Chiang Mai ist Thailands zweitgrößte Stadt und wurde 1296 von König Mungrai angelegt. Er ließ eine Stadtmauer anlegen und einen Graben drumherum. Der Graben ist noch da, doch von den Stadtmauern sind nur noch die Reste von fünf Toren übrig.

Wat Suan Dok ist der wichtigste Tempel. Die Anlage liegt neben der Universität. In der großen Eingangshalle sitzen zwei Mönche hinter Laptops, vorne verkauft ein dritter Opferkörbe mit Reis, Wasser und Früchten. Die Opfergaben werden einem betendem Mönch dargebracht, der die Gaben später an Bedürftige verteilt. „Wenn ich von meiner verstorbenen Tante geträumt habe, packe ich auch Faden und Nadel in den Opferkorb“, erzählt Akom, ein Touristenführer. „Wenn es der Onkel war, Kerzen und Streichhölzer - damit die Geister im Jenseits ihre Kleidung flicken und ihren Weg beleuchten können.“

Im Garten des Tempels steht eine Pappelfeige. Nach der Überlieferung erlebte Buddha seine Erleuchtung unter einer Pappelfeige. Es gibt noch den ältesten Tempel Wat Chiang Man aus dem Jahr 1296 und den höchsten Tempel Wat Chedi Luang, die in jedem Reiseführer zu finden sind. Dort wird als Attraktion meist auch der Nachtmarkt beschrieben, wo es alles von Souvenirs bis zu gefälschten Markenhandtaschen gibt.

Authentischeres Thailand bietet die Umgebung von Chiang Mai. Ein, zwei Autostunden entfernt liegen die Dörfer der 13 thailändischen Bergvölker. In der grünen Landschaft liegen einfache, aber gediegene Gästehäuser als Startpunkt für Entdeckungstouren. Die „Lisu Lodge“ ist eine idyllische Ruheoase eine Dreiviertelstunde entfernt am Fuß der Berge. Die Anlage liegt neben Dton Loong, einem Dorf der Lisu-Minderheit. Einer, der hier das Sagen hat, ist der Schamane Alehpa. Er heilt Probleme aller Art und erklärt Besuchern zum Beispiel, wie er die Zukunft aus Hühnerknochen liest.

Das Gästehaus hat weder Abendbar noch Animierprogramm. Stattdessen gibt es Grillenzirpen, Froschquaken und eine große Wiese mit taunassem Gras. Hier besteht der Tagesspaß zum Beispiel aus Mountainbikefahren, mit anschließender Raftingtour für Anfänger. Der Kapitän des Gummibootes stellt auf dem sanften Flüsschen sicher, dass seine Schäfchen bei den kleinen Stromschnellen ordentlich nass werden - perfekte Abkühlung nach Schweiß treibender Fahrradtour. „O mein Gott!“ schreien die Touristen, wenn eine Wasserladung kommt - „O mein Buddha!“ antwortet der Kapitän verschmitzt und lacht.

Informationen: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstraße 58, 60311 Frankfurt, Telefon: 069/13 81 390

Thailändisches Fremdenverkehrsamt: www.thailandtourismus.de

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