Hotelpreise stark rückläufig - Schweiz als Ausnahme

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Deutsche Presse-Agentur

Bei ihren Hotelzimmern konnten viele Reisende im letzten Quartal 2008 deutlich sparen. Im Vergleich zum Zeitraum Oktober bis Dezember 2007 sanken die Preise weltweit um 12 Prozent, teilte die Buchungsplattform Hotels.com am Dienstag (24.3.) in Berlin mit.

In Europa gingen die Tarife laut dem Hotelpreis-Index (HPI) des Portals um 10 Prozent zurück. Ausgewertet wurden Daten von 68 000 Hotels. Auslöser für die Rückgänge in vielen Ländern seien vor allem die Finanzkrise, die nachlassende Konjunktur und die Kursentwicklung des Euro gewesen. An einigen Zielen mussten allerdings Urlauber und Geschäftsreisende auch tiefer in die Tasche greifen - zum Beispiel in Abu Dhabi, Kairo und Rio de Janeiro, aber auch in der Schweiz, wo die Preise um 7 Prozent zulegten. Die Schweiz war laut HPI das einzige Land Europas mit steigenden Hotelpreisen im letzten Vierteljahr 2008.

Damit wurde die Eidgenossenschaft nun auch zum Land mit Europas höchsten Hotelpreisen: Im Schnitt kostete ein Zimmer pro Nacht 144 Euro, 9 Euro mehr als im letzten Quartal 2007. In Großbritannien dagegen, wo Ende 2007 noch die höchsten Hotelpreise verlangt wurden, sank der Durchschnittspreis von 152 auf 116 Euro pro Nacht, ein Minus von 24 Prozent. Stark fallende Preise wurden auch in Norwegen (von 147 auf 121 Euro) und in Irland (von 108 auf 89 Euro) registriert.

In Deutschland sanken die Durchschnittspreise laut dem Index von 101 Euro am Jahresende 2007 auf nun 95 Euro. Am stärksten von den Rückgängen betroffen waren Düsseldorf (von 126 auf 101 Euro) sowie Dresden (von 92 auf 78 Euro). Die höchsten Hotelpreise wurden von Oktober bis Dezember mit durchschnittlich 117 Euro in Bonn gezahlt. In Österreich fiel der Durchschnittspreis von 118 auf nun 111 Euro.

Laut dem HPI gingen erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2004 auch in Asien die Hotelpreise zurück, und zwar um durchschnittlich 2 Prozent. Am stärksten davon betroffen waren - ausgelöst auch durch den Terroranschlag in Bombay - Städte in Indien: In Bombay sank der Durchschnittspreis im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 113 Euro, in Neu Delhi ging er um 36 Prozent auf 100 Euro zurück. Auch in Las Vegas in den USA konnten Reisende fast ein Drittel sparen: Dort sank der durchschnittliche Zimmerpreis um 30 Prozent auf 71 Euro.

Die Stadt mit den höchsten Hotelpreisen der Welt blieb trotz eines Rückgangs um 16 Prozent Moskau, wo ein Zimmer im Schnitt 231 Euro pro Nacht kostete. Dicht auf den Fersen ist der russischen Hauptstadt nun aber Abu Dhabi, wo ein Zimmer im Schnitt für 224 Euro zu haben war. Damit legte das Emirat am Persischen Golf im Vorjahresvergleich um 24 Prozent zu, so stark wie kein anderes Reiseziel weltweit. Auf den Plätzen drei bis fünf bei den teuersten Hotelstädten der Welt folgten Dubai (202 Euro pro Nacht), New York (187 Euro) und Genf (177 Euro).

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