Hopp schießt gegen Hoeneß zurück

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Deutsche Presse-Agentur

Dietmar Hopp schätzt den FC Bayern München und seine Verantwortlichen eigentlich über alles. Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Freitag zwischen dem Meister und dem Sensations-Tabellenführer kann sich der milliardenschwere Mäzen den Mechanismen der Branche nicht mehr ganz entziehen - obwohl er derzeit im fernen Florida Urlaub macht.

So wehrte sich Hopp in der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) erneut gegen die Aussage aus der Hoeneß-Abteilung Attacke: „Ich würde nie im Leben solche Mutmaßungen in die Welt setzen“, meinte er. Der Bayern-Manager hatte getönt, dass in Hoffenheim „mehr Geld bezahlt wird, als sie überall rumerzählen. Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig“.

Der „Herr Hopp“, den im Nordbadischen viele „Vater Hopp“ nennen, bewunderte an Hoeneß bisher „seinen Mut, ohne diplomatische Floskeln die wesentlichen Probleme anzugehen“. Der 68-Jährige dachte, er habe zum Bayern-Manager ein ähnliches gutes Verhältnis wie zu Beckenbauer oder Bayern-Vizepräsident Fritz Scherer. „Doch da muss ich mich wohl getäuscht haben“, sagte er dem Boulevard-Blatt. Hopp ist normalerweise einer, der die Dinge lieber am Tisch als auf dem Boulevard austrägt. Deshalb schlug er vor: „Ich denke, wir sollten uns mit Uli Hoeneß zusammensetzen, damit die Sache nicht eskaliert. Das hat doch der große FC Bayern nicht nötig.“

Und was das liebe Geld angeht: „Die einzige Prämie, die wir vereinbart haben, ist eine Nicht-Abstiegs-Prämie“, sagte Hopp in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. An eine Bonuszahlung für den Fall des Titelgewinns oder den Sprung in die Champions League „haben wir noch keinen Gedanken verschwendet“. Trotz des brisantesten Spiels in der 109-jährigen Vereinsgeschichte Hoffenheims will Hopp am Freitag nicht aus den USA einfliegen. Dort weht im Garten übrigens eine Vereinsfahne. „Ich brauche noch ein paar Tage zum Ausspannen“, sagte Hopp. „Und unser Spiel bei den Bayern wird sogar im amerikanischen Gol-TV übertragen.“

Obwohl seine Himmelstürmer drei Punkte vor dem Titelfavoriten liegen, sagte Hopp: „Seit Franck Ribéry wieder dabei ist, halte ich die Bayern für das beste Team der Liga. Ich tippe auf ein spannendes Spiel, das 2:2 enden wird. Ich hoffe natürlich, dass wir noch ein paar Spieltage vor den Bayern liegen.“ Die Münchner seien durch „viele Jahrzehnte Kontinuität und sportliche Höchstleistung“ auch für Hoffenheim ein Vorbild. Einen besonderen Draht hat Hopp zu Bayern-Präsident Beckenbauer: „Ich denke, der Franz und ich ticken in vielerlei Hinsicht gleich, nicht nur als leidenschaftliche Golfer. Franz hat, wie ich auch, eine Stiftung gegründet, die unverschuldet in Not geratenen Menschen behilflich ist.“

Die Dietmar-Hopp-Stiftung ist eine der größten in Europa - mit einem Volumen von drei Milliarden Euro. Auf insgesamt etwa 6 Milliarden wird das Vermögen des Unternehmers geschätzt, der nicht nur den Sport fördert, sondern Hospize und Altenheime bauen lässt und Universitäten unterstützt.

Seine Geschäfte führen ihn sogar bis zum FC Bayern: Hopp hat auch in das neue Sportmedizin-Zentrum des langjährigen Bayern- und Nationalmannschaftsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt investiert. Vor einem guten halben Jahr konnte er sich noch gut vorstellen, mit Klinsmann und dem FC Bayern zu kooperieren, zum Beispiel bei Ausleihgeschäften. Doch aus dem Dorfverein und dem Rekordmeister sind ruckzuck Konkurrenten geworden. Dennoch pflegt der Macher aus Hoffenheim den Kontakt zu Klinsmann: Der Bayern-Trainer gründete einst die Stiftung Jugendfußball, die Hopp ebenfalls unterstützt.

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