Hoffmann läuft beim Zermatt-Marathon allen davon

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 Der Ultraläufer Benedikt Hoffmann (rechts) gewann als zweiter Deutscher den Zermatt-Marathon. Im Hintergrund die Bergkulisse de
Der Ultraläufer Benedikt Hoffmann (rechts) gewann als zweiter Deutscher den Zermatt-Marathon. Im Hintergrund die Bergkulisse der Schweizer Alpen. (Foto: privat)
Simon Schneider

Er ist derzeit einfach nicht zu bremsen. Nachdem der Ultraläufer Benedikt Hoffmann bereits vor kurzem den Ravensburger Stadtlauf und den Staffel-Marathon bei run & fun gewann, hat der 34-Jährige nun im schweizerischen Zermatt noch einen draufgelegt und den dortigen Marathon mit knapp 2000 Höhenmeter souverän gewonnen.

Benedikt Hoffmann, der an der Tuttlinger Fritz-Erler-Schule unterrichtet und sich bereits in den vergangenen Wochen in Topform präsentierte, nutzte seine Fitness auch beim Zermatt-Marathon voll aus. Der Wettbewerb zählt neben dem Jungfrau-Marathon zu den hochkarätigsten Bergmarathons.

Das Teilnehmerfeld bei der 18. Auflage des Zermatt-Marathons über 42 Kilometer war hochkarätig besetzt. Neben dem Bulgaren Mustava Shaban galt der Amerikaner Andy Wacker zum Kreis der Topfavoriten. Letzterer wurde auf selbiger Strecke bereits 2015 Berglauf-Vizeweltmeister auf der Langdistanz.

Andy Wacker ist zudem bekannt für einen schnellen Start. Und den setzte er auch in der Schweiz um. Wacker setzte sich von Beginn an ab und lief auf den ersten 21 Kilometern bis Zermatt bereits über zwei Minuten Vorsprung heraus. Benedikt Hoffmann folgte ihm in einer Verfolgergruppe, in der auch Shaban und der Schweizer Francois Leboeuf mitmischten. Beide gelten als starke Läufer, wenn es steil wird. Leboeuf forcierte das Tempo direkt beim ersten steilen Anstieg: „Ich war etwas geschockt und musste kämpfen, dass der Abstand zu ihm nicht zu groß wurde“, schilderte Hoffmann unserer Zeitung den Rennverlauf.

Gemeinsam mit Mustafa Shaban kämpfte er sich bis Kilometer 30 wieder an Leboeuf heran. Und es kam noch besser: Zwei Kilometer weiter hatte Hoffmann auch den Ausreißer Andy Wacker wieder in Sichtweite. Der 34-jährige Gymnasiallehrer lief zu ihm auf und ging zügig an ihm vorbei, Mustafa Shaban folgte ihm.

Es zeichnete sich ab, dass Shaban oder Hoffmann den Zermatt-Marathon gewinnen werden. Das Rennen blieb spannend, denn nach einigen Passagen bergab liefen die beiden Seite an Seite bis Kilometer 39 zur Riffelalb. „Danach folgte ein hammerharter Schlussanstieg, bei dem wir verteilt auf drei Kilometer insgesamt 350 Höhenmeter zurücklegen mussten“, blickte Benedikt Hoffmann zurück.

Und genau in diesem Teilstück zog der Tuttlinger Lehrer alle Register, präsentierte seine Topform und suchte die Entscheidung. Direkt zu Beginn des steilen Anstiegs drückte er auf das Gaspedal. Die Folge: Er baute den Abstand zu seinem Konkurrenten Shaban Meter für Meter aus und setzte sich ab. Mit einem Vorsprung von 2.17 Minuten auf ihn überquerte Benedikt Hoffmann schließlich als Sieger die Ziellinie. Da blieb ihm sogar noch Zeit zum Jubeln beim Zieleinlauf. Als „riesigen Erfolg“ bezeichnete der Sportler seinen Sieg über 42 Kilometer, den er in einer Laufzeit von 3:04.59 Stunden feiern konnte. Nach Helmut Schießl, der 2007 gewann, ist er der zweite deutsche Sieger beim Zermatt-Marathon.

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