Hoffenheim heiß auf den FC Bayern

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Deutsche Presse-Agentur

„Wir haben großen Respekt vor den Bayern, aber wir fahren dorthin, um zu gewinnen - ganz klar“, sagte Kapitän Selim Teber. Nur wenige Minuten nach dem Abpfiff war der nächste Gegner bereits Thema Nummer eins. Vom Gewinn der Herbstmeisterschaft, die mit einem Erfolg in der Allianz-Arena möglich ist, sprach in der Sensationsmannschaft der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga jedoch kaum jemand. „Was kann man sich dafür schon kaufen?“, meinte Teber schulterzuckend. „Bayern kann ruhig Herbstmeister werden - wenn wir Meister werden“, meinte kess sein Kollege Francesco Copado.

„Die Hoffenheimer sind die derzeit beste Mannschaft in Deutschland“, kommentierte Bielefelds Trainer Michael Frontzeck den erneut atemraubenden Auftritt des Aufsteigers, der nur mit seinen Chancen fahrlässig umging. „Einen verdienteren Sieg hat man selten gesehen“, sagte Bielefelds Mittelfeldspieler Thorben Marx seufzend. Obwohl Carlos Eduardo am Donnerstag „noch richtig, richtig krank war“ (Trainer Ralf Rangnick), Chinedu Obasi verletzt fehlte, Sejad Salihovic und Luiz Gustavo gesperrt waren und Demba Ba Ladehemmung hatte, führten die Nordbadener den Gegner vor.

„Wir werden weiter Gas geben und Tore schießen“, versprach Vedad Ibisevic. Der Bosnier baute mit dem 1:0 in der 5. Minute seine Führung in der Torschützenliste auf 17 Treffer aus. „Kompliment an ihn. Er ist ein kompletter Stürmer“, meinte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer als Premiere-Experte und bat: „Am Freitag soll er aber bitte eine schöpferische Pause einlegen. Danach kann er wieder Tore schießen.“ Neben Ibisevic trafen vor 26 000 Zuschauern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion noch Eduardo nach herrlichem Solo (11.) und Copado mit einem umstrittenen Foulelfmeter (89.). Am Schluss hissten die Arminia-Fans die weiße Fahne: „Voll doof hier“, stand auf dem Transparent.

„Wir haben auch in der Breite einen guten Kader und eine tolle Moral in der Mannschaft. Jeder spürt, dass er gebraucht wird. Das ist vielleicht ein kleiner Teil des Erfolgsgeheimnisses“, sagte Rangnick, der dieses Mal den zuletzt meist verschmähten Teber von Beginn an auflaufen ließ. Auf die Frage, was sich sein Team für München vorgenommen habe, antwortete Rangnick nur mit einer Gegenfrage: „Was glauben Sie?“ Ein Sieg? Der 50-Jährige nickte entschlossen: „Wir wollen ein richtig gutes Spiel machen und drei Punkte machen.“ Mit 34 Punkten hat Hoffenheim derweil sein ursprüngliches, völlig aus den Augen verlorenes Saisonziel erreicht: Den Klassenerhalt.

Dass die Mannschaft ihr laufintensives Spiel auf Dauer nicht durchhalten kann, glaubt Rangnick nicht: „Ich sehe keinen Grund, warum wir kräftemäßig einbrechen sollten. Wir haben keine englischen Wochen und werden schlau und dosiert trainieren.“ Als eine „wunderbare Konstellation“ sieht Manager Jan Schindelmeiser nun den Schlager beim Tabellenzweiten und deutschen Meister: „Wenn wir an unser Leistungslimit gehen und darüber hinaus, dann können wir vielleicht auch die Bayern schlagen. Aber Favorit sind die Münchner. Die haben gefühlte 150 Jahre mehr Erfahrung im deutschen und internationalen Fußball.“

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