Hoeneß ist gespannt auf „die großen Schlachten“

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Deutsche Presse-Agentur

Abgekämpft und müde landeten die Fußball-Profis des FC Bayern nach zehn Trainingstagen im warmen Arabien am 13. Januar um kurz nach 6.00 Uhr im eisigen München und durften erst einmal zum Ausschlafen nach Hause.

Trainer Jürgen Klinsmann gab bis zur nächsten Übungseinheit frei - eine kleine Belohnung für „die bestens abgelaufene Trainingswoche“ in Dubai. Der Feinschliff bis zum schweren Rückrundenstart in zwei Wochen mit dem DFB-Pokal-Achtelfinale am 27. Januar beim VfB Stuttgart und der ersten Liga-Partie drei Tage später beim Hamburger SV erfolgt nun in der winterlichen Heimat. „Wir wollen die Jungs in die richtige Verfassung bringen, um gleich in die Vollen zu gehen“, erklärte Klinsmann. Ein Holperstart wie zu Saisonbeginn soll sich nicht wiederholen. „Wir wollen die Rückrunde mit mehr Konstanz aufnehmen.“

Beim Zwischenstopp in Saudi-Arabien hatte der deutsche Meister am Montagabend auch sein zweites Testspiel in der Vorbereitung gegen Al Wheda mit 3:1 gewonnen. Franck Ribéry und Tim Borowski trafen vor der Pause, in der Nachspielzeit erzielte Landon Donovan seinen Premieren- Treffer für Bayern. „Das war ein schönes Tor, das ihm weiter Auftrieb geben wird“, kommentierte Klinsmann. Der bis März ausgeliehene Amerikaner ist einer der Gewinner des Trainingslagers. Donovan empfahl sich als Stürmer Nummer 3, während der wegen Krankheit in Dubai fehlende Lukas Podolski erst einmal Aufbautraining bestreiten muss und zum Rückrundenstart wieder nur Zuschauer sein wird.

Ohnehin steht das „Grundgerüst“, wie Klinsmann erklärte. Neun Positionen scheinen fix vergeben, wenn es in den weiteren Tests am Samstag beim FC Eintracht Bamberg sowie den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern (19.1.) und FSV Mainz 05 (22.1.) keine Verletzten gibt wie in Jeddah, wo Mark van Bommel bei einem Zweikampf eine Blessur am Knie erlitt. „Wir hoffen, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Klinsmann noch vor der Rückreise.

Im Tor bleibt Michael Rensing die Nummer 1, allerdings forderte Klinsmann: „Jetzt muss er Konstanz aufbauen.“ In der Abwehr sind Lahm, Lucio und Demichelis erste Wahl, im Mittelfeld Ribéry, Zé Roberto und wohl auch Kapitän van Bommel. Im Angriff bleibe das Duo Toni/Klose gesetzt, wie Klinsmann erklärte.

Bleibt die rechte Seite: Der Hinrunden-Platzhirsch Bastian Schweinsteiger hat die Nase weiterhin vorne, aber Hamit Altintop drängt nach seiner langwierigen Mittelfußverletzung ins Team. „Hamit drückt enorm aufs Gaspedal“, lobte Klinsmann den Türken. Hinten rechts profitiert Christian Lell davon, dass Massimo Oddo die ersten drei Rückrundenspiele gesperrt ist. Doch der vom AC Mailand ausgeliehene Italiener hinterließ im Training den stärkeren Eindruck. Ein Fingerzeig könnte das DFB-Pokal-Spiel in Stuttgart sein - da ist auch der erfahrenere Oddo spielberechtigt.

Trotz Konkurrenzkampf - Klinsmann erlebte am Persischen Golf ein Team, in dem „die Stimmung sehr gut“ war und das „weiter gewachsen“ sei. Ob es aber schon in dieser Saison einen Zusammenhalt entwickeln kann wie das Münchner Champions-League-Siegerteam von 2001, darüber mochte Manager Uli Hoeneß nicht spekulieren: „Wie sich in einer Mannschaft ein Geist entwickelt, kann ich nicht auf dem Trainingsplatz sehen, sondern erst in den großen Schlachten.“

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