Hirsch entwickelt sich gegen den Trend

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Geschäftsführer Hubert Hepfer und Gesellschafterin Gabriele Lemke stoßen gemeinsam auf das erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 der H
Geschäftsführer Hubert Hepfer und Gesellschafterin Gabriele Lemke stoßen gemeinsam auf das erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 der Hirsch-Brauerei an. (Foto: Hirsch-Brauerei)
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Während der Bierabsatz der baden-württembergischen Brauereien im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent zurückgegangen ist, hat die Hirsch-Brauerei in Wurmlingen eine gegenläufige Entwicklung verzeichnet. Das Familienunternehmen vermeldete am Dienstag ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber 2017. Im Jahr zuvor war es noch ein Zuwachs von 4,1 Prozent. Erstmals seit den 1970er-Jahren habe die Brauerei wieder 100 000 Hektoliter Bier verkauft. Über die Umsatzentwicklung und den Gewinn macht Hirsch keine Angaben.

Trotz eines weiterhin hart umkämpften Biermarkts: „Über die vergangenen Jahre gesehen steigerte die Hirsch-Brauerei ihren Bierabsatz sogar um knapp 29 Prozent“, heißt es in der Pressemitteilung. Dafür gebe es laut Geschäftsführer Hubert Hepfer neben vielen kleineren Gründen zwei Hauptansätze. Zum einen sei die Hirsch-Brauerei in der Region verwurzelt, was sich beim Kaufverhalten der Biertrinker bemerkbar mache: „Unser regionales Engagement wird wertgeschätzt“, sagt er gegenüber unserer Zeitung am Mittwoch.

Tendenz zum Spezialitätenbier

Als weiteren Grund für die positive Entwicklung nennt Hepfer die Sortenpolitik. So würde die Hirsch-Brauerei ein Vollsortiment an Bierspezialitäten anbieten. „Zur Jahrtausendwende standen die Pilsmarken noch hoch im Kurs“, sagt der Geschäftsführer. Diese Entwicklung habe sich hin zu den Spezialitätenbieren, etwa Helles oder kellertrübes Bier wie Zwickel und Zwuckel, gewandelt: „Alle anderen Biersorten sind rückläufig“, betont er.

Stichwort Helles: Das Helle aus dem Hause Hirsch, das im vergangenen Jahr zum Brauereifest auf den Markt gekommen ist, sei laut Hepfer ein „super Erfolg“. Es habe eine Entwicklung genommen, die die Brauerei in dieser Form nicht erwartet habe: „Wir mussten im vergangenen Jahr sogar Kisten nachkaufen. Wir hätten sonst nicht mehr liefern können.“ Das Helle spreche auch aufgrund seines blauen Retro-Designs vor allem ein jüngeres Publikum an.

Weitere Investitionen stehen an

Die Brauerei geht davon aus, dass sich der Trend zu den Spezialbieren fortsetzen wird. Daher, so informiert die Pressemitteilung, sei Braumeister Thorsten Jauch mit seinem Team schon wieder dabei, Neuprodukte zu entwickeln. 35 Prozent des Bieres wird laut Hepfer übrigens in Fässer abgefüllt, die anderen 65 Prozent gehen in Flaschen.

Während die Brauerei im vergangenen Jahr in die Abfüllerei und damit in umweltfreundliche Mehrweggebinde (wir berichteten) sowie in den Hof- und Eingangsbereich investiert hat, fließt in diesem Jahr rund eine halbe Millionen Euro in eine neue Kohlensäure-Rückgewinnungsanlage. Damit wird die Gärungskohlensäure aufgefangen, die somit nicht in die Atmosphäre gelangt. Dazu ist für das Dach der Lagerhalle eine Photovoltaikanlage projektiert. Angedacht ist außerdem die Erweiterung der Lagerhalle: „Wir sind derzeit noch im Genehmigungsverfahren“, sagt Hepfer.

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